Searching...
Flashcards in this deck (531)
  • Was ist die Genetik?

    Die Lehre von der Vererbung, die erbliche Lebensvorgänge auf Molekül-, Zell-, Organismus-, Population- und Ökosystem‑Ebene untersucht.

  • Was versteht man unter dem Erbgut (Genom)?

    Die Gesamtheit der genetischen Informationen, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.

  • Was sind Gene?

    Vererbungseinheiten, die Informationen für die Herstellung von Proteinen enthalten.

  • Welche Funktionen können Proteine haben?

    • Bausteine
    • Enzyme
    • Transportstoffe
    • Botenstoffe Diese Eigenschaften können zu einem Merkmal führen.
  • Worin unterscheiden sich klassische und molekulare Genetik kurz?

    Klassische Genetik geht vom Phänotyp aus und schließt auf den Genotyp; molekulare Genetik untersucht die chemische Struktur der Gene (DNA) und wie der Genotyp den Phänotyp bestimmt.

  • Was ist DNA und was ist RNA?

    DNA: Der Träger der Erbinformation. RNA: Überträgt die Information von der DNA zu den Proteinen.

  • Was beschreibt der Begriff Transformation bei Bakterien?

    Die Fähigkeit von Bakterien, fremde DNA aus der Umgebung aufzunehmen und zur Synthese fremder Proteine zu verwenden.

  • Was zeigte das Experiment von Griffith?

    Dass Merkmale von einem Bakterium auf ein anderes übergehen können; es gab einen transformierenden Faktor.

  • Was bewies das Experiment von Avery (1944)?

    DNA ist der transformierende Faktor und die chemische Grundlage der Gene.

  • Wie ist die Grundstruktur der DNA beschrieben?

    Eine Doppelhelix aus zwei strangförmigen Makromolekülen.

  • Aus welchen drei Komponenten besteht ein Nucleotid der DNA?

    Phosphat, Zucker (Desoxyribose) und eine organische Base.

  • Nenne die vier organischen Basen der DNA.

    • Adenin (A)
    • Guanin (G)
    • Cytosin (C)
    • Thymin (T)
  • Welche Basenpaarungen treten in der DNA auf und wie viele Wasserstoffbrücken haben sie?

    • A–T: 2 Wasserstoffbrücken
    • C–G: 3 Wasserstoffbrücken
  • Wie sind die beiden DNA-Stränge zueinander orientiert?

    Die Stränge sind antiparallel: 5'-Ende gegenüber 3'-Ende.

  • Welche Information trägt die Basensequenz der DNA?

    Die Reihenfolge der Basen verschlüsselt die Erbinformation.

  • Was erklärt das Doppelhelixmodell von Watson & Crick (1953)?

    Es beschreibt die DNA-Struktur und erklärt Verdopplung, Verschlüsselung und Abwandlung genetischer Vorgänge.

  • Welche Phasen gehören zur Interphase des Zellzyklus und was passiert in der S-Phase?

    • G1: Zellwachstum und Proteinsynthese
    • S: DNA-Replikation (identische Kopie)
    • G2: weitere Proteinsynthese und Vorbereitung auf Mitose
  • Was ist 'Replikation'?

    Die Verdopplung der DNA-Doppelhelix; aus einer Doppelhelix entstehen zwei identische Doppelhelices.

  • Was beschreibt 'Mitose'?

    Teilung des Zellkerns, bei der die Erbinformation an die Tochterzellen weitergegeben wird.

  • Was sind 'somatische Zellen'?

    Körperzellen.

  • Was kennzeichnet 'Stammzellen'?

    Zellen mit hoher Teilungsfähigkeit, die für Regeneration zuständig sind.

  • Was bedeutet 'Differenzierung'?

    Spezialisierung von Zellen auf ihre Funktion, oft verbunden mit Verlust der Teilungsfähigkeit.

  • Welche Replikationsmechanismen werden genannt und welcher ist tatsächlich korrekt?

    • Konservative Replikation: Original bleibt erhalten; Kopie neu
    • Dispersive Replikation: Mischung alter und neuer Stücke
    • Semikonservative Replikation: Jeder Doppelstrang hat einen alten und einen neuen Strang; dies ist der tatsächliche Mechanismus.
  • Was bestätigte das Experiment von Meselson und Stahl (1958)?

    Die semikonservative Replikation durch Markierung von Bakterien-DNA mit dem schweren Stickstoffisotop 15N.

  • Welche Funktion hat die Helicase bei der Replikation?

    Entspiralisiert die DNA-Doppelhelix und trennt die Einzelstränge; es entstehen Replikationsgabeln.

  • Welche Eigenschaften der DNA-Polymerase werden genannt?

    Synthetisiert neue DNA-Stränge durch Anlagerung komplementärer Nucleotide; sie kann nur am 3'-Ende anknüpfen.

  • Warum wird der Leitstrang kontinuierlich synthetisiert?

    Weil die Replikationsrichtung mit der Entspiralisierung der Helicase übereinstimmt.

  • Warum wird der Folgestrang diskontinuierlich synthetisiert?

    • Weil die Replikationsrichtung der Helicase entgegenläuft, entstehen Okazaki-Fragmente
  • Was ist ein RNA-Primer und welche Funktion hat er?

    • Ein kurzes RNA-Fragment, synthetisiert von der Primase, das als Startpunkt für die DNA-Polymerase dient
  • Was sind Okazaki-Fragmente?

    • Kurze DNA-Stücke, die am Folgestrang gebildet werden
  • Welche Aufgabe hat die Ligase bei der Replikation?

    • Verknüpft die Okazaki-Fragmente zu einem durchgehenden Strang
  • In welcher Form liegen die DNA-Bausteine vor und wie wird Energie für die Verknüpfung geliefert?

    • Die Bausteine liegen als Triphosphate (z.B. ATP, CTP, GTP, TTP) vor; Abspaltung von zwei Phosphaten liefert Energie
  • Was ist Chromatin?

    • Der Komplex aus DNA und Proteinen (hauptsächlich Histone) im Zellkern
  • Welche Rolle haben Histone?

    • Proteine, um die sich die DNA wickelt und so Nucleosomen bildet, wodurch dichte Verpackung möglich wird
  • Was sind Chromosomen und wozu dienen sie?

    • Stark spiralisierte und verdichtete Chromatin-Strukturen, sichtbar während der Zellteilung; dienen dem Transport der DNA
  • Was zeigt ein Karyogramm?

    • Eine geordnete Darstellung aller Chromosomen eines Lebewesens zur Identifizierung von Chromosomenanomalien
  • Was unterscheidet Autosomen von Gonosomen?

    • Autosomen sind Körperchromosomen; Gonosomen sind Geschlechtschromosomen (z.B. X und Y beim Menschen)
  • Was sind homologe Chromosomen?

    • Chromosomenpaare, die sich in Größe und Gestalt ähneln und jeweils von einem Elternteil stammen
  • Was bedeutet diploider Chromosomensatz (2n)?

    • Zwei homologe Chromosomensätze (bei Körperzellen)
  • Was bedeutet haploider Chromosomensatz (n)?

    • Ein einfacher Chromosomensatz (bei Keimzellen)
  • Was sind Schwesterchromatiden?

    • Zwei identische DNA-Doppelhelices, nach der Replikation ein Chromosom, verbunden durch das Centromer
  • Was sind Ein-Chromatid-Chromosomen?

    • Chromosomen nach der Trennung der Schwesterchromatiden während der Mitose
  • Wie ist die Bakterien-DNA beschrieben?

    • Ringförmig und histonfrei, wird anders repliziert als eukaryotische DNA
  • Was ist die Wirkung von Chinolonen?

    • Blockieren die bakterielle DNA-Replikation
  • Welche Wirkung hat Penicillin?

    • Tötet Bakterien ab
  • Wer entdeckte Penicillin?

    • Alexander Fleming
  • Wie wirken Sulfonamide?

    • Verhindern die Folsäuresynthese, nötig für die Nucleotidherstellung
  • Wie wirken Tetracycline?

    • Hemmen die Proteinsynthese durch Bindung an bakterielle Ribosomen
  • Was ist Antibiotika-Resistenz?

    • Fähigkeit von Bakterien, sich gegen Antibiotika zu wehren
  • Wie kann Resistenz entstehen oder übertragen werden?

    • Durch Mutationen oder Übertragung auf andere Bakterien
  • Welche Ursachen fördern die Entwicklung von Antibiotika-Resistenz?

    • Übermäßiger/unsachgemäßer Einsatz von Antibiotika und nicht vollständige Einnahme verschriebener Antibiotika
  • Warum sind multiresistente Keime problematisch?

    • Sie sind eine große Gefahr, insbesondere in Krankenhäusern
  • Welche Maßnahmen werden genannt, um Resistenzen oder Infektionen zu vermeiden?

    • Hygiene
    • Kombipräparate
    • bewusster Umgang mit Antibiotika
  • Aus welchen Bausteinen besteht die DNA?

    • Desoxyribose (Zucker)
    • Phosphorsäure
    • vier Basen: Adenin (A), Thymin (T), Guanin (G), Cytosin (C)
  • Was ist ein Nukleotid in der DNA?

    • Ein Nukleotid besteht aus einem Zucker, einer Phosphorsäure und einer Base
  • Welches Molverhältnis gilt für Phosphorsäure:Desoxyribose:Base in der DNA?

    • 1:1:1
  • Welche Paarungsregeln (Chargaff) gelten für die Basen der DNA?

    • Adenin entspricht Thymin (A = T)
    • Guanin entspricht Cytosin (G = C)
  • Welche Aussage zur Bedeutung von Chargaffs Regeln steht im Text?

    • Chargaffs Regeln sind grundlegend für das Verständnis der Doppelhelix, erklären aber allein nicht die genaue Struktur
  • Wie verlaufen die zwei Stränge der DNA zueinander?

    Die zwei Stränge sind antiparallel: ein Strang verläuft 5'→3' und der andere 3'→5'.

  • Welche Basenpaare bilden sich in der DNA?

    Adenin paart mit Thymin (A-T) und Guanin paart mit Cytosin (G-C) über Wasserstoffbrücken.

  • Wohin kann die DNA-Polymerase Nukleotide anbauen?

    DNA-Polymerase baut Nukleotide nur an das 3'-Ende eines bestehenden Strangs an.

  • Welche Funktion hat eine DNA-Polymerase mit Schneidefunktion?

    Sie entfernt RNA-Primer und ersetzt diese durch DNA-Nukleotide.

  • Welche Rolle haben Ligasen bei der DNA-Replikation?

    Ligasen verbinden DNA-Fragmente zu durchgehenden DNA-Strängen.

  • Was bedeutet semikonservative Replikation?

    Jeder neue DNA-Doppelstrang besteht aus einem alten Mutterstrang und einem neu synthetisierten Strang.

  • Was versteht man unter Genexpression?

    Genexpression ist der Prozess, bei dem genetische Information in Proteine umgesetzt wird (Transkription + Translation).

  • Wie definiert der Text ein Gen?

    Ein Gen ist ein DNA-Abschnitt, an dem eine RNA transkribiert wird.

  • Woraus bestehen Proteine und welche Rolle haben sie?

    Proteine bestehen aus Polypeptiden (Aminosäureketten) und bestimmen Merkmale sowie wirken als Enzyme und Baustoffe.

  • Wie viele verschiedene Aminosäuren gibt es in Proteinen und was bestimmt ihre Funktion?

    Es gibt 20 verschiedene Aminosäuren; die Reihenfolge (Sequenz) bestimmt Struktur und Funktion des Proteins.

  • Was ist Transkription und wo findet sie bei Eukaryoten statt?

    Transkription ist das Umschreiben eines DNA-Abschnitts in RNA (mRNA) und erfolgt bei Eukaryoten im Zellkern.

  • Worin unterscheidet sich RNA von DNA laut Text?

    RNA enthält Ribose statt Desoxyribose und Uracil (U) statt Thymin (T).

  • Welche Funktion hat mRNA?

    mRNA trägt die genetische Information vom Zellkern ins Cytoplasma.

  • Was ist Translation und wo findet sie statt?

    Translation ist die Übersetzung der mRNA-Basensequenz in die Aminosäuresequenz eines Proteins und findet an Ribosomen im Cytoplasma statt.

  • Was ist ein Codon im genetischen Code?

    Ein Codon ist eine Dreiergruppe von Basen (Triplett) in DNA oder RNA, die für eine Aminosäure kodiert.

  • Wie viele verschiedene Codons können aus 4 Basen mit Tripletts gebildet werden?

    64 (weil \(4^3=64\))

  • Wie viele Aminosäuren werden von den 64 Codons kodiert?

    20 Aminosäuren

  • Was bedeutet Redundanz im genetischen Code?

    Mehrere Codons können dieselbe Aminosäure kodieren (z. B. Leucin: UUA und UUG).

  • Was ist das Startcodon der Translation und welche Aminosäure kodiert es?

    Das Startcodon ist AUG und kodiert für Methionin.

  • Nennen Sie die drei Stopcodons der Translation.

    • UAG
    • UAA
    • UGA
  • Welche Funktion hat die tRNA bei der Translation?

    Die tRNA dient als Adapter zwischen mRNA und Aminosäuren.

  • Was ist ein Anticodon und wie steht es zum mRNA-Codon?

    Das Anticodon ist auf der tRNA und ist komplementär zu einem mRNA-Codon.

  • Welche weitere wichtige Struktur besitzt eine tRNA?

    Eine Bindungsstelle für die passende Aminosäure.

  • Aus welchen Bestandteilen bestehen Ribosomen?

    Ribosomen bestehen aus rRNA und Proteinen.

  • Welche Aufgabe haben Aminoacyl-tRNA-Synthetasen?

    Enzyme, die spezifische Aminosäuren an die entsprechenden tRNAs binden.

  • Was passiert in der Initiation der Translation?

    Bildung eines Initiationskomplexes aus mRNA, Startcodon, beladener tRNA (Methionin) und ribosomalen Untereinheiten.

  • Nennen Sie die wesentlichen Schritte der Elongation bei der Translation.

    tRNA bindet an mRNA-Codon; Aminosäure wird auf wachsende Kette übertragen; entladene tRNA verlässt das Ribosom; mRNA rückt weiter.

  • Was geschieht bei der Termination der Translation?

    Beim Erreichen eines Stopcodons endet die Translation und das Polypeptid wird freigesetzt.

  • Was ist ein Polysom?

    • Ein Polysom ist eine Gruppe mehrerer Ribosomen, die gleichzeitig an einem mRNA-Molekül arbeiten, um die Proteinproduktion zu beschleunigen.
  • Was bezeichnet man als prä-mRNA?

    • Prä-mRNA ist die bei der Transkription entstehende Vorstufe der mRNA.
  • Was sind Introns und Exons in der prä-mRNA?

    • Introns sind nicht-codierende Abschnitte, die herausgeschnitten werden müssen; Exons sind codierende Abschnitte, die nach dem Herausschneiden zusammengefügt werden.
  • Was ist Spleißen und welches Molekül führt es aus?

    • Spleißen ist das Herausschneiden von Introns und Zusammenfügen von Exons; durchgeführt von einem Enzymkomplex, dem Spleißosom.
  • Welche Funktionen haben die CAP-Struktur und der Poly-A-Schwanz?

    • CAP-Struktur am 5'-Ende schützt vor Abbau und hilft bei Ribosomenbindung; Poly-A-Schwanz am 3'-Ende schützt vor Abbau und beeinflusst den Transport.
  • Was ermöglicht alternatives Spleißen?

    • Alternatives Spleißen ermöglicht durch unterschiedliche Zusammenfügung der Exons die Bildung verschiedener reifer mRNAs und somit verschiedener Proteine.
  • Was versteht man unter Genregulation?

    • Genregulation ist die Steuerung der Genexpression, also wann und wie viel von einem Protein produziert wird.
  • Welche Komponenten gehören zu einem Operon (bei Bakterien)?

    • Ein Operon besteht aus Promoter, Operator und Strukturgene(n).
  • Welche Funktion hat der Promotor und welche der Operator im Operon-Modell?

    • Promotor ist die Bindungsstelle für die RNA-Polymerase; Operator ist die Bindungsstelle für den Repressor.
  • Was kodieren Strukturgene in einem Operon?

    • Enzyme eines Stoffwechselwegs
  • Was kodiert ein Regulatorgen?

    • Den Repressor
  • Was ist ein Repressor und wie wirkt er?

    • Ein Protein, das Transkription blockiert, wenn es an den Operator bindet (aktiver Repressor)
  • Was beschreibt die Substratinduktion (Katabolismus)?

    • Ein Substrat bindet an den Repressor, macht ihn inaktiv und ermöglicht Transkription der Abbauenzyme
  • Was beschreibt die Endproduktrepression (Anabolismus)?

    • Das Endprodukt bindet an den Repressor, macht ihn aktiv und blockiert die Transkription
  • Nenne prätranslationale Mechanismen der Genregulation bei Eukaryoten.

    • DNA-Struktur (Hetero-/Euchromatin)
    • Basenmethylierung
    • Transkriptionsfaktoren
    • Enhancer/Silencer
    • RNA-Spleißen (alternativ)
    • RNA-Interferenz (RNAi)
  • Welche posttranslationalen Regulationsmechanismen gibt es bei Eukaryoten?

    • Chemische Modifikation von Proteinen
    • Beeinflussung des Proteintransports
    • Abbau durch Proteasomen
  • Was sind Haushaltsgene?

    • Gene, die in fast allen Zellen aktiv sind
    • Kodieren für grundlegende Zellfunktionen (z.B. ATP-Bildung)
  • Was sind spezifische Gene?

    • Gene, die nur in bestimmten Zelltypen aktiv sind
    • Kodieren für zelltypspezifische Funktionen
  • Wie ist ein Virus aufgebaut?

    • Nukleinsäure (DNA oder RNA)
    • Proteinhülle (Capsid)
    • Oft zusätzliche Membranhülle
  • Warum gelten Viren nicht als Lebewesen?

    • Kein eigener Stoffwechsel
    • Vermehren sich nur in lebenden Wirtszellen
  • Wie erfolgt das Andocken eines Virus an eine Wirtszelle?

    • Wirtsspezifisch über Oberflächenproteine an Rezeptoren der Wirtszelle
  • Nenne drei Methoden des Eindringens von Viren in Zellen.

    • Injektion des Erbguts
    • Endocytose
    • Verschmelzung der Hüllmembran
  • Wie nutzen Viren die Wirtszelle zur Vermehrung?

    • Nutzen die Enzyme und den Stoffwechsel der Wirtszelle zur Vervielfältigung ihrer Nukleinsäure und Proteinsynthese
  • Wie werden neue Viruspartikel zusammengebaut und freigesetzt?

    • Bestandteile setzen sich spontan zu neuen Viren zusammen
    • Freisetzung durch Lyse oder Knospung
  • Was kennzeichnet den lyrischen und den lysogenen Zyklus?

    • Lyischer Zyklus: schnelle Vermehrung und Lyse der Wirtszelle
    • Lysogener Zyklus: Integration der viralen DNA als Prophage, Vermehrung mit Wirtszelle, später Übergang in lyischen Zyklus
  • Was ist typisch für Retroviren?

    • Besitzen RNA als Erbgut
    • Haben Reverse Transkriptase, die RNA in DNA umschreibt
    • Die virale DNA kann in die Wirts-DNA integriert werden
  • Welcher Anteil der menschlichen DNA codiert für Proteine?

    • Etwa 2% der DNA codiert für Proteine.
  • Nenne drei Beispiele für regulatorische Sequenzen nicht‑codierender DNA.

    • Promotoren
    • Enhancer
    • Silencer
  • Was geschieht mit Introns in der prä‑mRNA?

    • Introns werden aus der prä‑mRNA herausgeschnitten.
  • Welche Funktion haben Centromere?

    • Centromere sind wichtig für Chromosomenstruktur und -trennung bei der Zellteilung.
  • Welche Rolle haben Telomere an den Chromosomenenden?

    • Telomere schützen Chromosomenenden mit repetitiven Sequenzen und spielen eine Rolle beim Zellaltern.
  • Welches Problem entsteht bei der Replikation der Telomere?

    • Bei jeder Replikation verkürzen sich Telomere am Folgestrang, weil RNA‑Primer nicht vollständig ersetzt werden können.
  • Was ist die Funktion der Telomerase?

    • Telomerase ist ein Enzym, das Telomere verlängern kann (z.B. in Stammzellen).
  • Wozu werden Satelliten‑DNA, Minisatelliten und Mikrosatelliten genutzt?

    • Diese repetitiven DNA‑Sequenzen werden zur Identifizierung von Individuen genutzt; ihre Funktion ist teilweise unbekannt.
  • Warum wird die Bezeichnung 'Junk‑DNA' heute als falsch angesehen?

    • Weil viele Funktionen nicht‑codierender DNA identifiziert wurden; 'Junk‑DNA' war eine frühere Bezeichnung.
  • Was versteht man unter Epigenetik?

    • Epigenetik sind vererbbare Veränderungen der Genexpression, die nicht auf DNA‑Sequenzänderungen beruhen (z.B. Methylierung).
  • Welche beiden Hauptschritte umfasst die Proteinbiosynthese bei Bakterien?

    • Transkription (DNA → mRNA)
    • Translation (mRNA → Protein)
  • Was ist die Aufgabe der Transkription in prokaryotischen Zellen?

    Die DNA-Polymerase liest die DNA ab und synthetisiert eine komplementäre mRNA.

  • Welche zwei DNA-Stränge werden bei Bakterien genannt?

    • kodierender Strang (Sinnstrang)
    • Matrizenstrang (codogener Strang)
  • Was passiert bei der Translation?

    mRNA wird von Ribosomen gelesen; tRNA bringt spezifische Aminosäuren, die gemäß dem genetischen Code zu einer Polypeptidkette verknüpft werden.

  • Wie wirkt das Antibiotikum Rifampicin auf Bakterien?

    Rifampicin hemmt die RNA-Polymerase und verhindert dadurch die Transkription von DNA zu mRNA, was die Proteinsynthese stoppt.

  • Welche Polypeptide ergaben sich bei Translation einer Poly-CU-mRNA im Experiment?

    Polypeptide bestanden hauptsächlich aus Leucin (Leu) und Serin (Ser), enthielten aber auch Arginin (Arg) und Prolin (Pro).

  • Welche Hypothese wurde zur Wirkung des Antibiotikums auf die Translation aufgestellt?

    Das Antibiotikum könnte die Erkennung oder Bindung bestimmter tRNA-Moleküle an die mRNA beeinflussen.

  • Nennen Sie die genannten Codons für Leucin, Serin, Arginin und Prolin.

    • Leucin: UUA, UUG, CUU, CUC, CUA, CUG
    • Serin: UCU, UCC, UCA, UCG, AGU, AGC
    • Arginin: CGU, CGC, CGA, CGG, AGA, AGG
    • Prolin: CCU, CCC, CCA, CCG
  • Was deutet die Anwesenheit von Arginin und Prolin in der Probe auf die Wirkung des Antibiotikums hin?

    • Dass das Antibiotikum nicht alle Codons gleichmäßig beeinflusst
  • Welche mögliche Erklärung wird für die selektive Einwirkung des Antibiotikums auf bestimmte Codons genannt?

    • Das Antibiotikum verändert die Effizienz der Translation für bestimmte Codons oder die Selektivität der tRNA-Bindung
  • Was sind Bakteriophagen?

    • Viren, die Bakterien infizieren und ihre virale DNA in die Wirtszelle injizieren
  • Wie nutzen Bakteriophagen die Wirtszelle nach der Infektion?

    • Sie nutzen den Proteinbiosyntheseapparat der Wirtszelle zur Herstellung neuer Viren
  • Nenne die Hauptschritte der bakteriellen Abwehr mittels RNA-Interferenz/CRISPR-ähnlicher Mechanismen.

    • Erkennung viraler DNA durch spezifische Sequenzen
    • Synthese von Guide-RNAs aus viralen DNA-Teilen
    • Bildung von Komplexen mit Schneideenzymen (z.B. Cas)
    • Zielgerichteter Abbau viraler DNA/RNA, Verhinderung der Replikation
  • Was ist ungeschlechtliche Fortpflanzung?

    Ungeschlechtliche Fortpflanzung erzeugt Nachkommen, die genetisch identisch mit dem Elternteil sind (Klone), mit Ausnahme seltener Mutationen.

  • Nenne drei Beispiele für ungeschlechtliche Fortpflanzung.

    • Knospung bei Korallen
    • Bildung von Brutblättern bei Pflanzen
    • Teilung eines frühen Embryos bei eineiigen Zwillingen
  • Was versteht man unter Klonen in diesem Text?

    Erzeugung genetisch identischer Individuen.

  • Nenne drei in der Notiz erwähnte Klonierungsverfahren.

    • Gewebekultur
    • Embryosplitting
    • Reproduktives Klonen (Zellkernübertragung, z.B. Schaf Dolly)
  • Was ist die Meiose?

    Eine spezielle Zellteilung zur Bildung von Keimzellen, die die Chromosomenzahl von diploid (2n) auf haploid (n) reduziert.

  • Wo findet die Meiose bei Tieren statt?

    In den Keimdrüsen: Hoden und Eierstöcke.

  • Welche Ausgangszellen werden in der Meiose genannt?

    Diploide Urkeimzellen (2n) mit homologen Chromosomen (je eines von jedem Elternteil).

  • Was passiert in der Prophase 1 der Meiose?

    Homologe Chromosomen paaren sich zu Tetraden und es erfolgt Austausch von DNA-Abschnitten (Crossingover).

  • Was kennzeichnet die Metaphase 1 der Meiose?

    Die Tetraden ordnen sich auf der Äquatorialplatte an.

  • Was passiert in der Anaphase 1 der Meiose?

    Homologe Chromosomen werden getrennt und zu den Polen transportiert.

  • Was entsteht nach Telophase 1 der Meiose?

    Zwei haploide Tochterzellen, jede mit Zwei-Chromatid-Chromosomen.

  • Was ist der Hauptvorgang in der Meiose 2?

    Trennung der Chromatiden.

  • Was geschieht in der Metaphase 2?

    Chromosomen ordnen sich auf der Äquatorialplatte an.

  • Was ist das Ergebnis der vollständigen Meiose?

    Vier haploide Keimzellen.

  • Wie unterscheiden sich die Gametenbildung bei Männchen und Weibchen?

    Bei Männchen: vier Spermienzellen. Bei Weibchen: eine Eizelle und drei Polkörper.

  • Welche Bedeutung hat die Meiose für die genetische Vielfalt?

    Sie sorgt für genetische Vielfalt durch zufällige Verteilung der Chromosomen und Crossingover.

  • Was ist Rekombination?

    Neukombination von genetischem Material während Meiose und Befruchtung, die genetische Vielfalt erhöht.

  • Was ist ein Allel?

    Verschiedene Varianten eines Gens (z.B. A für schwarze Haare, a für rote Haare).

  • Was beschreibt der Genotyp?

    Die genetische Ausstattung eines Individuums (z.B. AaBbCc).

  • Was beschreibt der Phänotyp?

    Das Erscheinungsbild eines Individuums, bestimmt durch Genotyp und Umweltfaktoren (z.B. Haarfarbe).

  • Wann ist ein Individuum homozygot für ein Gen?

    Wenn beide Allele für ein Gen identisch sind (z.B. AA oder aa).

  • Wann ist ein Individuum heterozygot für ein Gen?

    Wenn die beiden Allele für ein Gen unterschiedlich sind (z.B. Aa).

  • Was beschreibt die zufällige Chromosomenverteilung in der Meiose I und wie viele Kombinationen sind theoretisch bei n Chromosomenpaaren möglich?

    Bei n Chromosomenpaaren gibt es durch zufällige Verteilung 2^n mögliche Kombinationen von Chromosomen in Keimzellen.

  • Wie viele theoretische Chromosomenkombinationen ergeben sich beim Menschen (n = 23) durch zufällige Verteilung?

    Beim Menschen mit n = 23 ergeben sich 2^23 theoretische Kombinationen.

  • Was ist Crossingover und welche Folge hat es für die genetische Variabilität?

    Crossingover ist der Austausch von DNA-Abschnitten zwischen homologen Chromosomen und erzeugt zusätzliche genetische Variabilität.

  • Was geschieht bei der Befruchtung in Bezug auf Chromosomensätze und genetische Vielfalt?

    Bei der Befruchtung verschmelzen zwei haploide Keimzellen zu einer diploiden Zygote, was die genetische Vielfalt weiter erhöht.

  • Was besagt die Uniformitätsregel (Mendelsche 1. Regel)?

    Kreuzt man zwei reinerbige Eltern, die sich in einem Merkmal unterscheiden, sind alle F1-Nachkommen im Erscheinungsbild gleich (uniform).

  • Was besagt die Spaltungsregel (Mendelsche 2. Regel)?

    Kreuzt man F1-Nachkommen untereinander, spalten sich Merkmale in F2 in bestimmten Verhältnissen auf (oft 3:1 dominant:rezessiv).

  • Was besagt die Unabhängigkeitsregel (Mendelsche 3. Regel)?

    Bei Kreuzungen mit zwei Merkmalen werden die Gene für diese Merkmale unabhängig vererbt und können sich frei kombinieren, wenn sie auf unterschiedlichen Chromosomen liegen.

  • Was bedeutet Dominanz in Bezug auf Allele?

    Ein dominantes Allel kann die Ausprägung eines rezessiven Allels verdecken.

  • Was ist intermediäre Vererbung?

    Bei intermediärer Vererbung zeigt ein Heterozygoter eine Mischform der Merkmale (z. B. rosa Blüten aus roten und weißen Eltern).

  • Was ist Kodominanz?

    Bei Kodominanz sind beide Allele eines Heterozygoten phänotypisch wirksam (z. B. Blutgruppe AB).

  • Was besagt die Chromosomentheorie der Vererbung?

    Gene sind auf Chromosomen lokalisiert; Mendels Vererbungsregeln lassen sich durch Chromosomenverteilung während Meiose und Befruchtung erklären.

  • Was ist Genkopplung?

    Gene, die auf demselben Chromosom liegen, werden tendenziell gemeinsam vererbt und bilden Kopplungsgruppen.

  • Wie beeinflusst Crossingover die Genkopplung?

    Crossingover kann Kopplung aufheben, indem DNA zwischen homologen Chromosomen ausgetauscht wird; die Aufbruchsrate hängt vom Genabstand ab.

  • Was versteht man unter geschlechtsgekoppelter Vererbung?

    Gene auf den Geschlechtschromosomen (z.B. X-Chromosom) werden geschlechtsgebunden vererbt.

  • Warum haben Prokaryoten Rekombination ohne Meiose?

    Prokaryoten besitzen alternative Mechanismen des genetischen Austauschs (horizontaler Gentransfer) statt Meiose.

  • Was ist Transformation bei Bakterien?

    Aufnahme von 'nackter' DNA aus der Umwelt und Einbau in das eigene Genom (z.B. in Griffiths Experimenten mit Pneumokokken beobachtet).

  • Was ist Transduktion?

    Übertragung von DNA zwischen Bakterien durch einen Bakteriophagen, wobei Phagen Teile bakterieller DNA mitführen können.

  • Was ist Konjugation und welche Rolle spielt das F-Plasmid?

    Direkter Austausch genetischen Materials zwischen Bakterien über eine Cytoplasmabrücke (Sexpilus); ein F-Plasmid ist für Sexpilusbildung und Transfer nötig.

  • Was sind Hfr-Stämme?

    Bakterien, bei denen das F-Plasmid ins Chromosom integriert ist und große Chromosomteile auf andere Bakterien übertragen, was hohe Rekombinationsraten verursacht.

  • Was ist der genetische Code?

    Der genetische Code sind die Regeln, nach denen die Basensequenz der mRNA in die Aminosäuresequenz eines Proteins übersetzt wird; er ist universell für fast alle Organismen.

  • Was ist ein Codon?

    Ein Codon ist eine Dreiersequenz von Nukleotiden auf der mRNA, die für eine spezifische Aminosäure kodiert oder ein Stoppsignal darstellt.

  • Welche Funktion hat tRNA?

    tRNA sind Transfer-RNA-Moleküle, die spezifische Aminosäuren binden und sie an das Ribosom transportieren, wo sie entsprechend den Codons auf der mRNA eingebaut werden.

  • Welche Aufgabe haben Aminoacyl-tRNA-Synthetasen?

    Aminoacyl-tRNA-Synthetasen sind Enzyme, die sicherstellen, dass die richtige Aminosäure an die passende tRNA gebunden wird.

  • Was ist alternatives Spleißen (bei Eukaryoten)?

    Alternatives Spleißen ist ein Prozess, bei dem aus einer prä-mRNA verschiedene reife mRNAs durch unterschiedliche Kombinationen von Exons hergestellt werden.

  • Was sind Exons und Introns?

    • Exons: Abschnitte der prä-mRNA, die in der reifen mRNA verbleiben und für die Proteinbiosynthese kodieren.
    • Introns: Abschnitte der prä-mRNA, die vor der Translation herausgeschnitten werden.
  • Welche Bedeutung hat alternatives Spleißen für Gene?

    Es ermöglicht einem einzigen Gen, für mehrere verschiedene Proteine zu kodieren, wodurch die Komplexität des Organismus erhöht wird, obwohl die Genanzahl gering bleibt.

  • Welche Exons bilden das Muskelisoform-Tropomyosin im Beispiel?

    Beim Muskelprotein Tropomyosin werden die Exons 2, 3, 7, 10 für die reife mRNA verwendet.

  • Was kann durch Kombination unterschiedlicher Exons entstehen?

    • Verschiedene Isoformen eines Proteins können entstehen
  • Welche ökonomische Folge hat alternatives Spleißen für Aminoacyl-tRNA-Synthetasen?

    • Weniger spezialisierte Synthetasen nötig; eine begrenzte Anzahl deckt mehrere proteinisoformen ab, spart Ressourcen und Energie
  • Was bedeutet 'monogenes Merkmal'?

    • Ein Merkmal, das sich genau einem Gen zuordnen lässt
  • Welcher Genotyp erzeugt die runzlige Erbsenform?

    • rr (homozygot rezessiv)
  • Warum werden Erbsen mit Genotyp rr runzlig?

    • Mutation im Gen für das stärke-verzweigende Enzym verhindert Umwandlung von Amylose zu Amylopektin; Amylose steigt, Erbse quillt und trocknet runzlig
  • Warum sind heterozygote Erbsen (Rr) rund?

    • Ein intaktes Allel produziert genug Enzym, sodass der dominante runde Phänotyp auftritt
  • Was ist 'Polyphänie'?

    • Ein Gen beeinflusst mehrere Merkmale (z. B. ein Erbsengen bestimmt Blütenfarbe und Samenschalenfarbe)
  • Welche Aussage zur Genetik steht im Abschnitt 12.2?

    • Den meisten Merkmalen liegen mehrere Gene zugrunde
  • Was bezeichnet man als Polygenie?

    Merkmale, die auf dem Zusammenspiel mehrerer Gene beruhen; ein polygenes Merkmal.

  • Was sind quantitative Merkmale?

    Merkmale, die innerhalb einer Bandbreite Extremwerte zeigen (z.B. Körpergröße, Ertrag).

  • Was versteht man unter additiver Polygenie?

    Mehrere Gene verstärken sich gegenseitig; jedes Gen kann das Merkmal allein abgeschwächt hervorrufen, was zu Abstufungen im Phänotyp führt.

  • Nenne das Beispiel und eine Folge der additiven Polygenie im Text.

    Weizenkornfarbe: Drei Gene (A, B, C) mit je zwei Allelen beeinflussen die Farbe; in der F2-Generation entstehen bis zu \(3^3=27\) Genotypen und eine glockenförmige Verteilung mit sieben Phänotypen.

  • Was ist komplementäre Polygenie?

    Ein Merkmal entsteht nur durch das Zusammenwirken aller beteiligten Gene; fällt eines aus, geht das Merkmal verloren.

  • Welches Beispiel zeigt komplementäre Polygenie im Text?

    Albinismus: Mehrere Gene sind für Melaninbildung nötig; der Ausfall eines dieser Gene führt zu fehlender Pigmentierung.

  • Was ist eine Genmutation laut Text?

    Eine Änderung in der DNA-Sequenz, die sich auf ein einzelnes Gen beschränkt.

  • Was ist eine Punktmutation?

    • Eine einzelne Base ist verändert (Substitution, Insertion, Deletion, Duplikation).
  • Was beschreibt eine Stille (neutrale) Mutation?

    • Die Mutation hat keine Auswirkung auf das Protein; z.B. Änderung der dritten Base eines Tripletts führt zur gleichen Aminosäure.
  • Was ist eine Fehlsinnmutation (Missense-Mutation)?

    • Es wird eine andere Aminosäure eingebaut, was Struktur und Funktionalität des Proteins verändern kann.
  • Was bewirkt eine Nonsense-Mutation?

    • Es wird ein Stopcodon gebildet, was zu einem verkürzten Protein führt.
  • Was ist eine Leserastermutation (Frameshift-Mutation)?

    • Insertion oder Deletion von Basen, die nicht genau ein oder mehrere Tripletts umfassen; das Leseraster der Translation wird verschoben.
  • Wie hoch ist die Mutationsrate beim Menschen (im Text angegeben)?

    • Beim Menschen liegt sie bei etwa 10¯º Mutationen pro Basenpaar pro Zellteilung.
  • Was sind Mutagene?

    • Äußere Einwirkungen, die die Mutationsrate erhöhen (z.B. UV-Strahlung, Chemikalien).
  • Welche Mutationen werden vererbt?

    • Mutationen in Keimzellen werden vererbt; somatische Mutationen betreffen nur den Organismus selbst und werden nicht vererbt.
  • Wie korrigiert die DNA-Polymerase Fehler während der Replikation?

    • Korrekturlesen: Falsch eingebaute Nukleotide werden sofort erkannt und ausgetauscht.
  • Was ist der Zweck der Fehlpaarungsreparatur nach der Replikation?

    Fehlpaarungsreparatur korrigiert verbliebene Basenfehlpaarungen nach der Replikation unter Erkennung des Elternstrangs durch dessen Methylierung.

  • Was passiert bei der Basenexzisions-Reparatur?

    Beschädigte oder veränderte Basen werden entfernt und durch korrekte Basen ersetzt.

  • Was wird bei der Nucleotidexzisions-Reparatur entfernt?

    Beschädigte DNA-Abschnitte, z. B. durch UV-Strahlung verursachte Dimere, werden herausgeschnitten und neu synthetisiert.

  • Welche Funktion haben Zellzyklus-Kontrollpunkte in Bezug auf DNA-Schäden?

    Sie pausieren den Zellzyklus, damit DNA-Reparatur erfolgen kann; nicht reparierbare Schäden können Apoptose auslösen.

  • Wie wird bei der Meiose Fehlerkorrektur zwischen DNA-Abschnitten ermöglicht?

    Der Vergleich homologer DNA-Abschnitte permitiert die Fehlerkorrektur während der Meiose.

  • Was bezeichnet eine Deletion auf Chromosomenebene?

    Den Verlust eines Chromosomenabschnitts, der schwerwiegende Folgen haben kann.

  • Was ist eine Duplikation im Chromosomenbau?

    Die Verdopplung eines Chromosomenabschnitts, die zu Variationen und Genfamilien führen kann.

  • Welche Auswirkung hat eine Inversion eines Chromosomenabschnitts?

    Eine Umkehrung eines Abschnitts, die die Meiose stören kann.

  • Was unterscheidet balancierte von unbalancierten Translokationen?

    Balancierte Translokation ändert die DNA-Menge nicht und zeigt oft keine phänotypischen Folgen; unbalancierte ändert die DNA-Menge und kann phänotypische Auswirkungen haben (z. B. Trisomie 21).

  • Was ist eine reziproke Translokation?

    Der Austausch von Abschnitten zwischen nicht-homologen Chromosomen.

  • Was sind Transposons ("springende Gene")?

    • DNA-Abschnitte, die ihre Position im Genom wechseln können.
  • Welches Gen enthalten Transposons typischerweise und welche Funktion hat es?

    • Das Gen für die Transposase; es schneidet und verklebt DNA.
  • Welche Folgen kann ein Transpositionsereignis haben?

    • Ein Sprung kann ein Gen ausschalten oder die Genregulation beeinflussen.
  • Nenne ein Beispiel für eine Mutation verursacht durch ein Transposon.

    • Die Mutation der runzligen Erbse wurde durch ein Transposon verursacht.
  • Was ist eine Genommutation im Kontext der Chromosomenzahl?

    • Änderungen der Chromosomenzahl.
  • Was versteht man unter Polyploidie?

    • Vervielfachung des gesamten Chromosomensatzes (z.B. Triploidie 3n, Tetraploidie 4n).
  • Welche Effekte kann Polyploidie bei Pflanzen haben?

    • Häufig bei Kulturpflanzen; kann zu größeren Früchten führen; oft steril bei ungerader Satzanzahl.
  • Was ist Aneuploidie?

    • Veränderung der Anzahl einzelner Chromosomen.
  • Was ist Monosomie und wie wird sie dargestellt?

    • Ein Chromosom fehlt; dargestellt als 2n-1.
  • Was ist Trisomie und nenne ein menschliches Beispiel?

    • Ein Chromosom liegt dreifach vor; Beispiel: Trisomie 21 beim Menschen.
  • Wodurch entsteht Aneuploidie meist?

    • Meist durch Fehler während der Meiose (Nondisjunction).
  • Wie erfolgt die geschlechtliche Bestimmung bei Honigbienen?

    • Genotypisch: Haploid sind Männchen, diploid sind Weibchen.
  • Wie bestimmt das Y-Chromosom bei Säugetieren das Geschlecht?

    • Das Y-Chromosom enthält das Gen 'SRY', das die männliche Entwicklung bestimmt.
  • Wie ist die Geschlechtschromosomenverteilung bei Vögeln?

    • Weibchen: 'ZW' (heterogamatisch)
    • Männchen: 'ZZ' (homogamatisch)
  • Was versteht man unter phänotypischer Geschlechtsbestimmung?

    • Geschlecht wird durch Umweltfaktoren während der Entwicklung bestimmt (z.B. Bruttemperatur).
  • Nenne ein Beispiel für phänotypische Geschlechtsbestimmung.

    • Schildkröten und Krokodile: Die Bruttemperatur beeinflusst die Geschlechtsentwicklung.
  • Was ist eine Modifikation in Bezug auf Genaktivität?

    • Umweltbedingte, nicht vererbbare Veränderungen im Phänotyp (z.B. Körpergröße, Muskelmasse durch Training).
  • Wie definiert der Text 'Epigenetik'?

    • Untersuchung, wie Umweltfaktoren die Genexpression beeinflussen, ohne die DNA-Sequenz zu verändern.
  • Was ist das Epigenom und welche Modifikationen werden genannt?

    • Chemische Modifikationen an DNA oder Histonen (z.B. Methylierung, Acetylierung), die die Zugänglichkeit für RNA-Polymerase beeinflussen.
  • Können epigenetische Markierungen vererbt werden?

    • Ja, sie können bei Mitose weitergegeben werden und ein Teil kann über Keimzellen vererbt werden (Imprinting).
  • Was zeigt das Beispiel der Aguti-Maus?

    • Mutterfütterung mit methylierungsfördernder Kost führt zu Nachkommen mit Wildtyp-Phänotyp trotz Mutanten-Genotyp; Epigenetik kann Phänotyp ändern.
  • Womit beginnt die Entwicklung eines vielzelligen Organismus?

    • Mit einer einzigen Zelle, der Zygote; durch Zellteilungen und Differenzierung entstehen spezialisierte Zellen.
  • Was entsteht durch die Fusion von Spermium und Eizelle im Eileiter?

    • Zygote
  • Was bezeichnet man als Furchung in der Embryonalentwicklung?

    Mehrfache Teilung der Zygote, wobei die Zellen immer kleiner werden und eine Morula (Maulbeerkeim) entsteht.

  • Welche zwei Hauptbestandteile hat die Blastozyste?

    • Trophoblast: äußere Zellschicht, für Nährstoffaufnahme
    • Embryoblast: innerer Zellhaufen, daraus entwickelt sich der Embryo
  • Was passiert bei der Einnistung (Implantation)?

    Die Blastozyste nistet sich in die Gebärmutterschleimhaut ein.

  • Nennen Sie die vier Embryonalhüllen und eine ihrer Funktionen.

    • Amnion: schützt den Embryo in der Fruchtwasserhöhle
    • Chorion: bildet mit Gebärmutterschleimhaut die Plazenta
    • Dottersack: frühes Organ zur Blutbildung
    • Allantois: bildet Teile der Nabelschnur
  • Aus welchen drei Keimblättern entwickelt sich der Embryo?

    • Ektoderm: Oberhaut (Epidermis) und Nervensystem
    • Entoderm: Verdauungskanal und wichtige Drüsen
    • Mesoderm: Bindegewebe, Muskeln und Knochen
  • Was bedeutet Zelldifferenzierung im Kontext der Embryonalentwicklung?

    Aus der Zygote entstehen die vielen verschiedenen Zell- und Gewebetypen, aus denen ein Organismus besteht.

  • Was ist 'Differenzierung' in der Entwicklung biologischer Zellen?

    Differenzierung ist der Prozess, bei dem undifferenzierte Zellen durch unterschiedliche Genexpression und Genregulation zu spezialisierten Zelltypen werden.

  • Was beschreibt die 'mütterliche Mitgift' in der Eizelle?

    • Zytoplasma
    • Organellen
    • Moleküle wie Enzyme, Transkriptionsfaktoren und RNAs
  • Welche Rolle haben Konzentrationsgradienten mütterlicher Faktoren in der frühen Entwicklung?

    Ungleichmäßige Verteilung mütterlicher Faktoren erzeugt Konzentrationsgradienten, die grundlegende Körperachsen (vorne/hinten, rechts/links, Bauch/Rücken) bestimmen.

  • Worin besteht der Unterschied zwischen Determinierung und Differenzierung?

    Determinierung ist die frühe Festlegung von Entwicklungsschicksalen; Differenzierung ist die spätere Spezialisierung von Zellen und Geweben.

  • Was ist In-vitro-Fertilisation (IVF)?

    IVF ist ein Verfahren, bei dem Eizelle und Samenzelle außerhalb des Körpers im Labor zusammengebracht werden und als Option bei Unfruchtbarkeit dient.

  • Welche Bedeutung hat das Bicoid-Protein in Drosophila-Entwicklung?

    Das Bicoid-Protein ist ein Transkriptionsfaktor mit hoher Konzentration am vorderen Ende der Zygote und steuert die Entwicklung des Kopfes.

  • Was ist die Funktion von Segmentierungsgenen im Embryo?

    Segmentierungsgene unterteilen den Embryo in Körperabschnitte (Segmente).

  • Was bestimmen Homöotische Gene?

    Homöotische Gene bestimmen die Ausgestaltung jedes Segments, z. B. Beine oder Flügel.

  • Welche Eigenschaft haben Homöotische Gene bezüglich Tierarten?

    Homöotische Gene bilden eine Genfamilie und sind über viele Tierarten hinweg konserviert.

  • Was ist zu Bilateralsymmetrie (Bilateria) in Bezug auf Entwicklungsgene gesagt?

    Die Entwicklungsgene bei Tieren mit Bilateralsymmetrie zeigen eine gemeinsame Abstammung.

  • Wie wirken Signalstoffe und Rezeptoren zwischen Zellen?

    Signalstoffe werden von Senderzellen abgegeben und von Empfängerzellen über Rezeptorproteine auf der Zellmembran erkannt.

  • Was kann die Erkennung eines Signalstoffs durch einen Rezeptor auslösen?

    Die Erkennung löst biochemische Reaktionen aus, die zur Aktivierung von Genen führen können.

  • Was sind Organisatoren im Embryo?

    Organisatoren sind Zellen oder Gewebe, die Signalstoffe senden und das Entwicklungsschicksal benachbarter Zellen organisieren.

  • Welche Funktion hat der Graue Halbmond in der Froschzyote?

    Der Graue Halbmond ist eine Region, von der die ersten Signalstoffe ausgehen und die die Rückenseite markiert.

  • Was bezeichnet die Gastrulation?

    Gastrulation ist der Prozess, bei dem Zellen einwandern und die drei Keimblätter Ektoderm, Entoderm und Mesoderm bilden.

  • Welche Rolle hat der Spemann-Organisator (obere Urmundlippe)?

    Der Spemann-Organisator sendet Signalstoffe, die zur Bildung des Mesoderms und der Chorda führen.

  • Wie werden Stammzellen definiert?

    Stammzellen sind undifferenzierte oder wenig differenzierte Zellen, die sich teilen und zu spezialisierten Zelltypen entwickeln können.

  • Was sind totipotente Stammzellen?

    • Können sich zu allen Zelltypen und dem gesamten Organismus entwickeln
    • Vorkommen: früheste Embryonalstadien
  • Was sind pluripotente Stammzellen?

    • Können sich zu Zelltypen eines der drei Keimblätter entwickeln
    • Beispiel: embryonale Stammzellen
  • Was sind multipotente Stammzellen?

    • Können sich nur zu Zelltypen einer bestimmten Zelllinie entwickeln
    • Beispiel: adulte Stammzellen im Knochenmark für Blutzellen
  • Welche Funktion haben Stammzellen?

    • Ersetzen fehlende oder abgestorbene Zellen und ermöglichen Geweberegeneration
  • Wie läuft die Bildung von Blutzellen im Knochenmark ab?

    • Multipotente Stammzellen teilen sich: eine Tochter bleibt Stammzelle, die andere differenziert zu reifen Blutzellen via mehrerer Schritte
    • Gesteuert u. a. durch Wachstumsfaktoren wie Erythropoetin (EPO)
  • Warum sind embryonale Stammzellen rechtlich besonders geschützt?

    • Wegen ihres Potenzials zur Entwicklung eines vollständigen Menschen (rechtlicher Schutz in Deutschland)
  • Was sind iPS-Zellen und welchen ethischen Vorteil könnten sie haben?

    • Induzierte pluripotente Stammzellen aus rückprogrammierten Körperzellen
    • Können ethische Bedenken umgehen
  • Was ist Nekrose?

    • Gewaltsamer, unkontrollierter Zelltod durch äußere Einflüsse wie Verletzung oder Gift
  • Was ist Apoptose?

    • Genetisch gesteuerter, programmierter Zelltod ('Selbstmord' der Zelle)
  • Nenne zwei wichtige Rollen der Apoptose.

    • Entwicklung: Formgebung von Geweben (z. B. Rückbildung Kaulquappenschwanz, Fingertrennung)
    • Gesundheit: Entfernt defekte und gealterte Zellen, erhält Gewebehaushalt
  • Auf welchem Chromosom liegt das p53-Gen und was kodiert es?

    • Chromosom 17
    • Einen Transkriptionsfaktor (‚Wächter des Genoms‘)
  • Welche Hauptfunktion hat p53 bei DNA-Schäden?

    • Verlangsamt den Zellzyklus; bei nicht reparabler Schädigung leitet p53 Apoptose ein
  • Was sind Telomere und was geschieht mit ihnen bei Zellteilung?

    • Enden der Chromosomen, die sich bei jeder Zellteilung verkürzen
  • Welche Folge hat zu kurze Telomere und welches Enzym kann sie verlängern?

    • Zu kurze Telomere → p53 vermittelt Apoptose
    • Telomerase verlängert Telomere
  • Wie entsteht Krebs laut Text?

    • Durch Anhäufung von Genmutationen in Körperzellen, die Zellzyklus, Differenzierung oder Zelltod stören
  • Was ist der Unterschied zwischen Proto-Onkogenen und Onkogenen?

    • Proto-Onkogene steuern normal die Zellteilung; bei Mutation werden sie Onkogene und senden dauerhaft Teilungssignale
  • Welche Rolle haben Tumorsuppressorgene und was bewirkt ihre Mutation?

    • Hemmung der Zellteilung und Einleitung von Apoptose; Mutation führt zum Verlust dieser Hemmung
  • Nenne drei charakteristische Eigenschaften von Krebszellen.

    • Unkontrollierte Teilung
    • Fehlende Differenzierung
    • Fähigkeit zu Invasion und Metastasierung
  • Was sind Beispiele für umweltbedingte Karzinogene?

    • Tabakrauch
    • ionisierende Strahlung
    • UV-Strahlung
  • Wie können Viren zur Krebsentstehung beitragen?

    Viren können Gene einschleusen, die Proto-Onkogene in Onkogene umwandeln (z. B. HPV bei Gebärmutterhalskrebs).

  • Welchen Einfluss hat genetische Veranlagung auf das Krebsrisiko?

    Mutationen in Keimzellen können das Krebsrisiko erhöhen.

  • Warum steigt das Krebsrisiko mit dem Alter?

    Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit für die Anhäufung von Mutationen.

  • Nennen Sie drei Behandlungsarten für Krebs, die im Text genannt werden.

    • Chirurgie
    • Chemo- und Strahlentherapie
    • Immuntherapie
  • Worauf zielen Chemo- und Strahlentherapie ab?

    Sie zielen auf die schnelle Teilung von Krebszellen.

  • Welche Präventionsmaßnahme gegen virusbedingten Krebs wird genannt?

    Impfungen (z. B. gegen HPV).

  • Welche DNA-Bereiche werden für die DNA-Typisierung verwendet und warum?

    Nicht-codierende Abschnitte wie kurze Tandem-Wiederholungssequenzen (STRs), weil ihre Länge zwischen Individuen variiert.

  • Was ist die Hauptfunktion der Polymerase-Kettenreaktion (PCR)?

    Die PCR vervielfältigt minimale DNA-Spuren, indem sie bestimmte DNA-Abschnitte amplifiziert.

  • Welches Prinzip liegt der PCR zugrunde?

    Die PCR ahmt die natürliche DNA-Replikation nach, um gezielt DNA-Abschnitte zu amplifizieren.

  • Welche Bestandteile enthält ein vollständiger PCR-Ansatz?

    • Proben-DNA
    • Nukleotide (A,T,G,C)
    • hitzestabile DNA-Polymerase
    • zwei DNA-Primer
  • Was passiert in der Denaturierungsphase des PCR-Zyklus und bei welcher Temperatur?

    Denaturierung: Trennung der DNA-Doppelhelix in zwei Einzelstränge bei ca. 95°C.

  • Was geschieht in der Hybridisierungsphase des PCR-Zyklus und bei welcher Temperatur erfolgt sie ungefähr?

    Hybridisierung: Abkühlen auf ca. 50–60°C, damit Primer an die komplementären Einzelstränge binden.

  • Was passiert in der Verlängerungsphase des PCR-Zyklus und bei welcher Temperatur?

    Verlängerung: Erwärmung auf ca. 68–72°C; die DNA-Polymerase synthetisiert von den Primern aus neue DNA-Stränge.

  • Welches Ergebnis erzielt die PCR nach etwa 35 Zyklen?

    Nach etwa 35 Zyklen liegen Millionen von Kopien des Ziel-DNA-Abschnitts vor.

  • Welches Prinzip liegt der Gel-Elektrophorese zur DNA-Typisierung zugrunde?

    DNA ist negativ geladen und wandert im elektrischen Feld zur Anode; kürzere Fragmente bewegen sich schneller und weiter als längere.

  • Was ergibt die Analyse der DNA-Fragmente durch Gel-Elektrophorese bei der Typisierung?

    Es entsteht ein individuelles Bandenmuster, das als genetischer Fingerabdruck eine Person eindeutig charakterisiert.

  • Nenne drei Anwendungen der DNA-Typisierung mittels PCR und Gel-Elektrophorese.

    • Zuordnung von Tatortspuren
    • Identifizierung von Opfern
    • Vaterschaftsnachweis
  • Weshalb gibt ein genetischer Fingerabdruck keine Auskunft über Merkmale wie Haarfarbe?

    Weil er auf {{c1::nicht-codierenden DNA-Abschnitten}} basiert, die keine Merkmalsinformation wie Haarfarbe enthalten.

  • Was bestimmt die DNA-Sequenzierung?

    Die exakte Abfolge der Basen A, T, G, C in einem DNA-Fragment.

  • Wofür ist die DNA-Sequenzierung entscheidend?

    Für evolutionsbiologische Vergleiche und das Verständnis genetischer Erkrankungen.

  • Was ist das Prinzip der Kettenabbruchmethode nach Sanger?

    Modifizierte Nukleotide (ddNTPs) verhindern den Einbau des nächsten Nukleotids und brechen so die DNA-Synthese ab.

  • Nennen Sie die Bestandteile eines Sanger-Ansatzes.

    • Einzelsträngige DNA als Matrize
    • DNA-Primer
    • DNA-Polymerase
    • dNTPs
    • ddNTPs mit Fluoreszenzmarkierung
  • Wie entstehen die unterschiedlich langen DNA-Fragmente bei der Sanger-Methode?

    Durch den zufälligen Einbau eines ddNTP an verschiedenen Positionen, wodurch die Synthese an diesen Stellen abbricht.

  • Wie werden die bei Sanger entstehenden Fragmente ausgewertet?

    Die Fragmente werden nach ihrer Größe mittels Kapillar-Elektrophorese getrennt.

  • Was liest ein Fluoreszenzdetektor am Ende jedes Fragments beim Sequenzieren?

    Er liest die Farben der ddNTPs.

  • Wie wird die Basensequenz relativ zum Matrizenstrang ermittelt?

    Die Basensequenz wird komplementär zum Matrizenstrang ermittelt.

  • Welche Auswirkung haben Hochdurchsatz-Sequenzierverfahren auf Geschwindigkeit und Umfang der Sequenzierung?

    Sie haben Geschwindigkeit und Umfang enorm erhöht, sodass ganze Genome innerhalb einer Woche sequenziert werden können.

  • Was ist heute die größere Herausforderung nach der schnellen Sequenzierung ganzer Genome?

    Die Verwaltung und Auswertung der riesigen Datenmengen.

  • Warum ist die Sequenzierung von cDNA vorteilhaft?

    cDNA enthält keine Introns und wird von Bakterien verstanden.

  • Wie kann die DNA-Sequenz indirekt zur Aminosäuresequenz eines Proteins führen?

    Über den genetischen Code kann die DNA-Sequenz zur Aminosäuresequenz eines Proteins führen.

  • Was zeigt eine Genkarte eines Chromosoms?

    Sie zeigt die Position von Genen auf einem Chromosom.

  • Nenne drei Marker, die zur Genkartierung verwendet werden.

    • Mikrosatelliten (STRs): Nicht-codierende DNA mit variablen Wiederholungen
    • SNPs: Punktmutationen mit einer einzigen Base Unterschied
    • RFLP: Unterschiede in Fragmentlängen durch Restriktionsenzyme
  • Wie können Punktmutationen die RFLP-Methode beeinflussen?

    Punktmutationen können Schnittstellen beeinflussen und so die Fragmentlängen verändern.

  • Was untersucht die Identifizierung von Kopplung in der Genetik?

    Die Frage, ob eine Krankheit gehäuft mit bestimmten DNA-Markern auftritt (z.B. RFLP-Fragment auf Chromosom 17 bei Brustkrebs).

  • Wozu dienen Mikrosatelliten bei der Genlokalisierung?

    Sie werden analysiert, um durch Kopplungsuntersuchungen den betroffenen Genbereich weiter einzugrenzen.

  • Was ist das Ziel der RNA-DNA-Hybridisierung in der Genlokalisierung?

    mRNA aus erkrankten Zellen mit DNA-Fragmenten zu vergleichen, um ein Gen (z.B. BRCA-1) auf einen kleineren Bereich einzugrenzen.

  • Wie funktionieren Genchips (Microarrays)?

    Sie tragen fixierte DNA-Sequenzen; fluoreszenzmarkierte cDNA aus Testgewebe hybridisiert daran und das Fluoreszenzmuster zeigt aktive Gene an.

  • Wozu werden fluoreszenzmarkierte Gensonden verwendet?

    Um komplementäre DNA-Sequenzen im Zellkern nachzuweisen: die Sonden hybridisieren und leuchten dann.

  • Warum können Gene zwischen Arten übertragen werden (GVO-Expression)?

    Der universelle genetische Code erlaubt die Übertragung von Genen, wodurch Empfängerorganismen neue Merkmale erhalten (z.B. leuchtende Mäuse).

  • Was ist rekombinante DNA?

    Ein Genom, das eigene und fremde Gene enthält.

  • Was ist ein Vektor in der Gentechnik? Nenne zwei Beispiele.

    Ein Transportmittel für fremde DNA in die Zielzelle; Beispiele: plasmide ringförmige DNA und Viren.

  • Wie beginnt die Herstellung eines GVO laut Text?

    Das gewünschte Gen wird mit einem Restriktionsenzym aus der Spender-DNA herausgeschnitten.

  • Was passiert beim Aufschneiden eines Plasmids mit demselben Restriktionsenzym?

    • Das Plasmid erhält klebrige Enden (sticky ends).
  • Welche Rolle hat DNA-Ligase beim Einfügen eines Gens in ein Plasmid?

    • Verklebt das freie Gen mit dem geöffneten Plasmid; Ergebnis: rekombinantes Plasmid.
  • Was bedeutet Transformation im Kontext der Plasmidklonierung?

    • Einbringen des rekombinanten Plasmids in eine Bakterienzelle (Empfänger).
  • Was geschieht nach erfolgreicher Klonierung und Expression in einer Bakterienzelle?

    • Die Bakterienzelle vermehrt sich und produziert das entsprechende Protein des fremden Gens.
  • Wie unterscheidet sich die Übertragung fremder DNA bei eukaryotischen Zellen?

    • Sie heißt Transfektion und ist aufwändiger.
  • Wozu dient ein Reporter-Gen bei der Übertragung eines gewünschten Gens?

    • Die Aktivität des Reporter-Gens zeigt an, ob die Fremd-DNA erfolgreich eingebaut und abgelesen wurde.
  • Nenne zwei Beispiele für 'grüne Gentechnik' aus dem Text.

    • Tomaten, die nicht matschig werden
    • Mais, der Insektizide produziert
  • Welche Anwendung der 'roten Gentechnik' wird im Text genannt und welche Vorlage wird verwendet?

    • Herstellung von Medikamenten (z.B. menschliches Insulin) unter Verwendung von cDNA.
  • Warum wird in Bakterien für die Herstellung von menschlichem Insulin cDNA verwendet?

    • Weil Bakterien keine Introns verarbeiten können.
  • Was ist das CRISPR/Cas-System laut Text?

    • Ein effizientes Werkzeug zur Genom-Editierung, ursprünglich ein Abwehrsystem von Bakterien gegen Viren.
  • Woraus besteht die CRISPR-DNA im bakteriellen Ursprungssystem?

    • Aus kurzen, wiederholten Sequenzen mit dazwischenliegenden viralen DNA-Fragmenten (Spacern).
  • Was ist die crRNA und was enthält sie?

    • crRNA wird aus CRISPR-DNA transkribiert und enthält eine Leit-RNA- bzw. Spacer-Sequenz.
  • Was sind Cas-Proteine?

    Cas-Proteine sind 'molekulare Scheren', die DNA-Doppelstränge schneiden und an crRNA binden, um einen CRISPR/Cas-Komplex zu bilden.

  • Wie erkennt der CRISPR/Cas-Komplex sein Ziel?

    Die Leit-RNA im Komplex sucht nach komplementären DNA-Sequenzen in der Zelle; bei Übereinstimmung schneidet das Cas-Protein die Ziel-DNA.

  • Welche Wirkung hat das Schneiden viraler DNA in Bakterien?

    Die geschnittene virale DNA kann nicht repariert werden und ist somit zerstört, was der bakteriellen Abwehr dient.

  • Funktioniert das CRISPR/Cas-System in eukaryotischen Zellen?

    Ja, das System funktioniert in eukaryotischen Zellen; die Leit-RNA kann programmiert werden, spezifische Sequenzen in tierischen oder pflanzlichen Zellen anzusteuern.

  • Wie kann CRISPR/Cas zur Geninaktivierung führen?

    Zelluläre Reparaturmechanismen reparieren Doppelstrangbrüche oft fehlerhaft, wodurch das betroffene Gen inaktiviert werden kann.

  • Wie ermöglicht CRISPR/Cas gezielte Genreparatur oder Austausch?

    Durch Zugabe einer gewünschten DNA-Sequenz, die die Schnittstellen des Doppelstrangbruchs 'klebt', kann diese Sequenz in das Genom eingebaut werden und Mutationen reparieren.

  • Welche Vorteile werden für CRISPR/Cas genannt?

    Vorteile sind: präzise, effizient, kostengünstig und schnell.

  • Welche ethische/Regulierungsfrage wird bei CRISPR/Cas hervorgehoben?

    Da keine fremde DNA eingebaut wird und Veränderungen natürlichen Mutationen ähneln können, ist die Unterscheidung und Regulierung von CRISPR/Cas-veränderten Organismen (GVOs) eine Herausforderung.

  • Wie ist die rechtliche Lage gentechnischer Eingriffe beim Menschen?

    Gentechnische Eingriffe beim Menschen sind gesetzlich streng geregelt aufgrund potenzieller Risiken und ethischer Bedenken.

  • Was ist das Prinzip der Gentherapie an somatischen Zellen?

    • Entnahme somatischer Zellen
    • Genetische Veränderung zur Bildung fehlenden Genprodukts
    • Rückübertragung in den Patienten
  • Nenne eine Anwendung der somatischen Gentherapie, die im Text genannt wird.

    • Mukoviszidose (als Beispiel für monogene Krankheiten)
  • Welche Risiken werden für somatische Gentherapien im Text genannt?

    • Immunreaktionen gegen Vektoren oder transgene Zellen
    • Unkontrollierte Genaktivität an falschen Stellen
  • Wie ist die gesetzliche Lage zur Anwendung von Gentherapie laut Text?

    • Die Anwendung ist gesetzlich stark eingeschränkt
  • Was ist das Prinzip der Keimbahn-Gentherapie?

    • Gezielte Veränderung von Keimzellen (Eizellen, Spermien) oder der Zygote
  • Welche Konsequenz hat Keimbahn-Gentherapie laut Text?

    • Die genetischen Veränderungen würden an folgende Generationen weitergegeben
  • Wie ist die rechtliche Situation der Keimbahn-Gentherapie in Deutschland laut Text?

    • Gentherapie in der Keimbahn ist in Deutschland und vielen anderen Ländern verboten
  • Was ermöglicht die Gentechnik im Bereich personalisierte Medizin laut Text?

    • Individualisierte Therapie, zugeschnitten auf Genom und Proteom eines Patienten
    • Genchips sind eine wichtige Methode
  • Worauf zielen gentherapeutische Maßnahmen in der Krebstherapie ab, laut Text?

    • Gezielt Krebszellen zu zerstören, z.B. durch Veränderung des Immunsystems, damit es Krebszellen erkennt und bekämpft
  • Was können genetische Analysen laut Text über Erkrankungsrisiken leisten?

    • Früherkennung von Erkrankungsrisiken und genetischen Anomalien, sowohl vor als auch während der Schwangerschaft
  • Was ist das Ziel der Pränataldiagnostik (PND) laut Text?

    • Untersuchung des ungeborenen Kindes auf genetisch bedingte Erkrankungen
  • Was ist eine Chorionzottenbiopsie?

    Entnahme von Plazentazellen

  • Was ist eine Amniozentese?

    Entnahme von Fruchtwasserzellen

  • Welche Methode analysiert die kindliche DNA im mütterlichen Blut?

    Analyse der kindlichen DNA im mütterlichen Blut

  • Welche Analysen werden für genetische Untersuchung genannt?

    Untersuchung von Chromosomen (Karyogramm) und Genmutationen mittels Gensonden oder DNA‑Chips

  • Was ist das Ziel der Präimplantationsdiagnostik (PID)?

    Genetische Untersuchung von Embryonen nach künstlicher Befruchtung vor der Implantation

  • Wozu dient die Präimplantationsdiagnostik (PID) zusätzlich?

    Selektion von Embryonen mit schweren genetischen Defekten oder zur Bestimmung des Geschlechts in bestimmten Fällen

  • Welche ethische Debatte wird zur PID erwähnt?

    Kontroverse über Bewertung von Leben und Möglichkeit einer 'Designerbaby'‑Selektion; in Deutschland nur unter strengen Auflagen erlaubt

  • Welche Information kann Genotypisierung liefern?

    Aufschluss über die Wahrscheinlichkeit, an bestimmten Krankheiten zu erkranken

  • Welche Datenschutzfragen wirft genetische Risikobewertung auf?

    Fragen gegenüber Versicherungen oder Arbeitgebern

  • Was versteht man unter 'Retortenbaby'?

    Kind, das durch In‑vitro‑Fertilisation außerhalb des Körpers entstanden ist

  • Was ist mit 'Designerbaby' gemeint?

    Begriff für ein Kind, dessen genetische Merkmale vor der Geburt gezielt beeinflusst wurden (z.B. mittels PID oder Keimbahntherapie)

  • Was sagt der Text zur Sequenzierung des menschlichen Genoms?

    Das menschliche Genom ist vollständig sequenziert

  • Welche Angabe zur Größe des menschlichen Genoms steht im Text?

    Es umfasst etwa 3.2 × 10° Basenpaare

  • Wie viele Kopien des Genoms enthält jede Körperzelle laut Text?

    Jede Körperzelle enthält zwei Kopien des Genoms (mütterliche und väterliche)

  • Welcher Anteil des menschlichen Genoms besteht aus kodierenden Genen?

    • Etwa 3% des Genoms sind kodierende Gene.
  • Wie groß ist der Anteil nicht-kodierender Sequenzen im menschlichen Genom?

    • Etwa 95% des Genoms bestehen aus nicht-kodierenden Sequenzen.
  • Nennen Sie eines der Hauptziele der Humangenomforschung.

    • Identifizierung aller menschlichen Gene.
  • Nennen Sie zwei weitere Ziele der Humangenomforschung.

    • Verständnis der Funktion von Genen und nicht-kodierender DNA
    • Erforschung der genetischen Ursachen von Krankheiten
  • Nennen Sie einen Grund, warum es mehr Proteine als kodierende Gene gibt.

    • Alternatives Spleißen: Ein Gen kann zu mehreren unterschiedlichen mRNA-Molekülen und so zu verschiedenen Proteinen führen.
  • Nennen Sie zwei weitere Mechanismen, die die Proteinvielfalt erhöhen.

    • Posttranslationale Modifikationen
    • RNA-Interferenz (RNAi)
  • Welche Allele bestimmen das AB0-Blutgruppensystem und auf welchem Chromosom liegt das Gen?

    • Allele: IA, IB und i
    • Lokalisation: Chromosom 9
  • Welche Erbregeln gelten für die Allele des AB0-Systems?

    • IA und IB sind codominant, das Allel i ist rezessiv.
  • Wodurch entstehen phänotypische Unterschiede trotz 99.9% genetischer Ähnlichkeit der Menschen?

    • Genetik, Umwelteinflüsse und epigenetische Faktoren verursachen phänotypische Unterschiede.
  • Welche Genotypen führen zur Blutgruppe A?

    • I^A I^A
    • I^A i
  • Welche Genotypen führen zur Blutgruppe B?

    • I^B I^B
    • I^B i
  • Welcher Genotyp entspricht der Blutgruppe AB?

    • I^A I^B
  • Welcher Genotyp entspricht der Blutgruppe 0 (Null)?

    • ii
  • Welche möglichen Genotypen und Blutgruppen können Kinder haben, wenn die Eltern I^A i und I^B i sind?

    • Genotypen: I^A I^B, I^A i, I^B i, ii
    • Blutgruppen: AB, A, B, 0
  • Auf welchem Chromosom liegt das Gen für den Rhesusfaktor D und welches Allel ist dominant?

    • Chromosom 1
    • D ist dominant über d
  • Welche Genotypen ergeben Rhesus-positiv bzw. Rhesus-negativ?

    • DD oder Dd → Rhesus-positiv
    • dd → Rhesus-negativ
  • Was kennzeichnet einen autosomal-dominanten Erbgang?

    • Das mutierte Gen prägt das Erscheinungsbild auch im heterozygoten Zustand; das Merkmal tritt in jeder Generation auf.
  • Nennen Sie Beispiele für autosomal-dominante Merkmale aus dem Text.

    • Vielfingrigkeit
    • Marfansyndrom
    • Chorea Huntington
  • Wodurch wird Chorea Huntington verursacht und auf welchem Chromosom liegt das Gen?

    • Durch Expansion von CAG-Tripletts im Huntingtin-Gen auf Chromosom 4; das mutierte Protein ist toxisch für Nervenzellen.
  • Wie viele CAG-Wiederholungen gelten laut Text als normal im Huntingtin-Gen?

    • 9–35 CAG-Wiederholungen
  • Was zeigt die Mutation im Gen bei Chorea Huntington in der Textangabe?

    Mutiertes Gen: 36-250 CAG-Wiederholungen

  • Woran erkennt man nach dem Text einen dominanten Erbgang anhand eines Merkmals wie Vielfingrigkeit?

    Wenn ein Elternteil das Merkmal zeigt und Kinder entweder das Merkmal haben oder nicht, über mehrere Generationen konsistent, spricht das für dominanten Erbgang

  • Was bedeutet es, wenn ein Elternteil mit Vielfingrigkeit (Dd) ein Kind ohne Vielfingrigkeit (dd) zeugt?

    Dass das elterliche Merkmal heterozygot (Dd) sein muss

  • Nenne ethische Folgen eines Gentests für die betroffene Person laut Text.

    Wissen um die Krankheit kann zu psychischem Leid vor Symptomen führen und Lebensplanung erschweren

  • Welche ethischen/sozialen Probleme können Kinder von Betroffenen laut Text haben?

    50% Risiko, Mutation zu erben; Entscheidungsdruck für Testung; psychische Belastung; berufliche Diskriminierung und Versicherungsfragen möglich

  • Unter welcher Bedingung treten autosomal-rezessive Merkmale laut Text auf?

    Nur wenn beide Allele des Gens mutiert sind (homozygoter Zustand)

  • Wie werden heterozygote Träger bei autosomal-rezessiven Merkmalen im Text bezeichnet und wie sind sie?

    Als Konduktoren; sie sind gesund, können die Mutation aber weitergeben

  • Welche Merkmalsmuster nennt der Text für einen autosomal-rezessiven Erbgang?

    Merkmal tritt nicht notwendigerweise in jeder Generation auf; gesunde Eltern können ein krankes Kind haben, wenn beide Eltern Träger sind

  • Nenne die im Text gegebenen Beispiele für autosomal-rezessive Krankheiten.

    • Albinismus
    • Mukoviszidose
    • Phenylketonurie
  • Was sagt der Text speziell über Albinismus bezüglich Genotypen?

    Albinismus tritt nur bei homozygoten Trägern (aa) auf; Heterozygote (Aa) sind Träger, aber gesund

  • Was ist Mukoviszidose (Cystische Fibrose) und welche Ursache wird genannt?

    Mukoviszidose ist eine Stoffwechselerkrankung mit zu dickflüssigen Körpersekreten, verursacht durch Defekte im Chloridkanal-Gen auf Chromosom 7.

  • Welcher Befund weist auf einen rezessiven Erbgang hin, wenn Eltern gesund sind?

    Dass zwei gesunde Eltern (Träger, z.B. Aa × Aa) ein krankes Kind (homozygot rezessiv, aa) haben, ist Hinweis auf einen rezessiven Erbgang.

  • Wie hoch sind die Wahrscheinlichkeiten bei einem Aa × Aa Elternpaar für das Genotypen-Ergebnis?

    • 25% für betroffenes Kind (aa)
    • 50% für trägerhaftes Kind (Aa)
    • 25% für gesundes Kind ohne Mutation (AA)
  • Was versteht man unter Heterozygotenvorteil?

    Heterozygote Träger einer rezessiven Mutation können einen Überlebensvorteil haben, z.B. Schutz vor bestimmten Infektionskrankheiten.

  • Wie beeinflusst Inzucht das Risiko genetischer Krankheiten?

    Bei Verwandtenehen steigt die Wahrscheinlichkeit, dass beide Partner Träger derselben rezessiven Mutation sind, wodurch das Risiko für genetische Krankheiten bei Kindern erhöht wird.

  • Welche Geschlechtschromosomen haben Frauen und Männer?

    Frauen: XX Männer: XY

  • Was ist die X-Inaktivierung und welches Ergebnis entsteht dadurch?

    Bei Frauen wird eines der beiden X-Chromosomen in jeder Zelle weitgehend inaktiviert (Barr-Körper), was zu einem zellulären Mosaik führt.

  • Was kennzeichnet einen x-chromosomal-dominanten Erbgang?

    Bei einem x-chromosomal-dominanten Erbgang erkranken Mutationsträger immer, unabhängig vom Geschlecht.

  • Was bedeutet ein X-chromosomal-rezessiver Erbgang bei Frauen?

    • Die Krankheit tritt nur im homozygoten Fall (Xº Xº) auf.
  • Warum sind Männer bei X-chromosomal-rezessiven Erkrankungen häufiger betroffen?

    • Männer sind hemizygot (Xº Y): Die Krankheit tritt auf, wenn das einzige X-Chromosom die Mutation trägt, da das Y kein entsprechendes Gen hat.
  • Welche Beispiele für X-chromosomal-rezessive Erkrankungen werden genannt?

    • Rot-Grün-Sehschwäche
    • Hämophilie A
    • Duchenne-Muskeldystrophie
  • Wie häufig tritt Rot-Grün-Sehschwäche bei Männern und Frauen auf?

    • Männer: 9%
    • Frauen: 0,8%
  • Welche Eigenschaften hat ein Y-chromosomaler Erbgang?

    • Gene auf dem Y werden ausschließlich vom Vater auf den Sohn vererbt; Y-vererbte Merkmale sind selten, da das Y wenige Gene hat.
  • Welches Beispiel für ein Y-chromosomales Gen wird genannt?

    • SRY-Gen (entscheidend für die männliche Geschlechtsentwicklung).
  • Wodurch wird Hämophilie A in dem Text beschrieben?

    • Eine Inversion auf dem X-Chromosom stört die Bildung von Faktor VIII, was zu gestörter Blutgerinnung führt.
  • Was sind numerische Chromosomenanomalien?

    • Veränderung der Chromosomenzahl, z.B. Trisomie oder Monosomie.
  • Was ist die chromosomale Ursache des Trisomie-21- (Down-)Syndroms?

    Drei Kopien von Chromosom 21 (Trisomie 21).

  • Wie verändert sich die Häufigkeit von Trisomie 21 in Abhängigkeit vom elterlichen Alter?

    Die Häufigkeit steigt mit dem Alter der Eltern.

  • Worin besteht die chromosomale Veränderung beim Turner-Syndrom (Monosomie X)?

    Nur ein X-Chromosom vorhanden (X0); betrifft Frauen.

  • Welche Chromosomenkombination charakterisiert das Klinefelter-Syndrom?

    Männer mit einem zusätzlichen X-Chromosom (XXY).

  • Wie lautet die Chromosomenkonstellation beim Triple-X-Syndrom?

    Frauen mit drei X-Chromosomen (XXX).

  • Welche Chromosomenkonstellation beschreibt das XYY-Syndrom?

    Männer mit einem zusätzlichen Y-Chromosom (XYY).

  • Was sind strukturelle Chromosomenanomalien?

    Veränderungen der Chromosomenstruktur, z.B. Deletionen, Duplikationen, Translokationen.

  • Was ist das Cri-du-chat-(Katzen-Schrei)-Syndrom?

    Verlust eines Teils von Chromosom 5 (Deletion).

  • Was versteht man unter Non-Disjunction in der Meiose?

    Fehlerhafte Trennung homologer Chromosomen oder Chromatiden, führt zu Keimzellen mit falscher Chromosomenzahl.

  • Was ist eine Translokation?

    Austausch von Chromosomenabschnitten zwischen nicht-homologen Chromosomen.

  • Worin unterscheidet sich eine balancierte von einer unbalancierten Translokation?

    Balanciert: Gendosis unverändert, phänotypisch gesund, erhöhtes Risiko für betroffene Kinder; unbalanciert: Ungleichgewicht der Gendosis, oft schwere Entwicklungsstörungen.

  • Wie beeinflusst das Alter der Eltern das Risiko für chromosomale Anomalien bei Kindern?

    Risiko steigt mit dem Alter der Eltern; späte Mutterschaft erhöht Risiko für Trisomie 21, späte Vaterschaft kann andere genetische Defekte erhöhen.

  • Was bezeichnet Pränatale Diagnostik (PND)?

    Methoden zur Erkennung von genetischen Defekten beim Fötus während der Schwangerschaft.

  • Was ist die Hauptcharakteristik der Eisenspeicherkrankheit (Hämochromatose)?

    Ein extrem erhöhter Eisengehalt des Blutes durch gestörten Eisentransport.

  • Nenne typische Symptome der Hämochromatose im Erwachsenenalter.

    • Müdigkeit
    • Gelenkbeschwerden
    • Hautverfärbungen
    • Gewichtsabnahme
    • Später Diabetes und Herzschäden
  • Wie kann der Erbgang bei einer Erkrankung wie Hämochromatose bestimmt werden?

    Der spezifische Erbgang wird anhand von Stammbäumen ermittelt, z.B. durch Beobachtung betroffener Elternpaare und ihrer Kinder (autosomal dominant/rezessiv oder X-chromosomal).

  • Warum zeigen Männer bei Hämochromatose häufiger Symptome als Frauen?

    Geschlechtsspezifische Einflüsse wie Hormone können die Ausprägung beeinflussen; Frauen treten Symptome oft erst nach der Menopause auf, was auf eine schützende Wirkung von Östrogenen hindeutet.

  • Was ist die Ursache des Kearns-Sayre-Syndroms?

    Mutationen in der mitochondrialen DNA (mtDNA).

  • Nenne zentrale Symptome des Kearns-Sayre-Syndroms.

    • Augenbewegungsstörungen
    • Herabhängende Augenlider
    • Zerstörung der Netzhaut
    • Herzrhythmusstörungen
  • Wie erfolgt die Vererbung von Mitochondrien und deshalb des Kearns-Sayre-Syndroms?

    Mitochondrien werden ausschließlich mütterlich vererbt, weil bei der Befruchtung nur die Kern-DNA des Vaters in die Eizelle eindringt.

  • Wie vermehren sich Mitochondrien in Zellen?

    Mitochondrien vermehren sich unabhängig vom Zellzyklus durch Teilung.

  • Warum kann ein Zellphänotyp bei mitochondrialen Erkrankungen variabel sein?

    Erkrankte Zellen weisen unterschiedliche Anzahlen defekter und intakter Mitochondrien auf, wodurch die Ausprägung variiert.

  • Welcher Erbgang ist für das Kearns-Sayre-Syndrom ausgeschlossen laut Text?

    X-chromosomale Vererbung ist ausgeschlossen, da die Vererbung rein mütterlich erfolgt.

  • Warum wird eine autosomal-rezessive Vererbung laut Text als unwahrscheinlich angesehen?

    Weil mitochondriale Erkrankungen nicht durch Gene auf den Autosomen (nicht-geschlechtsgebundenen Chromosomen) verursacht werden.

  • Welche Schlussfolgerung folgt, wenn beide Eltern an Laktoseintoleranz betroffen sind und alle Kinder ebenfalls betroffen sind?

    Dies deutet auf einen autosomal-dominanten Erbgang hin.

  • Welche Genotypverteilung entsteht bei der Kreuzung Aa x Aa und wie viele Kinder wären demnach nicht betroffen?

    Genotypen: AA, Aa, aa im Verhältnis 1:2:1; etwa ein Viertel (aa) der Kinder wäre nicht betroffen.

  • Was bedeutet es, wenn beide Eltern Lactose vertragen (aa x aa) laut Text?

    Die Kinder müssten ebenfalls gesund (aa) sein; Ausnahmen könnten Neumutationen oder unvollständige Penetranz sein.

  • Was ist das Grundprinzip der Immunerkennung?

    Das Immunsystem unterscheidet zwischen körpereigenen Strukturen ("Selbst") und körperfremden Strukturen ("Fremd").

  • Worauf basiert die Erkennung von 'Selbst' durch das Immunsystem?

    Auf spezifischen Oberflächenproteinen, dem Hauptgewebeverträglichkeitskomplex (MHC), der als 'Personalausweis' der Zellen dient.

  • Warum ist die Ähnlichkeit der MHC-Moleküle bei Transplantationen wichtig?

    Je größer die Ähnlichkeit zwischen MHC von Spender und Empfänger, desto geringer die Wahrscheinlichkeit von Abstoßungsreaktionen.

  • Welche Folge für Transplantationspatienten ergibt sich aus der MHC-basierten Erkennung?

    Transplantationspatienten müssen Immunsuppressiva einnehmen, um Abstoßungsreaktionen zu verhindern.

  • Was sind Antigene?

    Fremde Makromoleküle auf der Oberfläche von Krankheitserregern, die eine Immunantwort auslösen.

  • Wo entstehen alle Blutzellen einschließlich der Leukozyten?

    Im roten Knochenmark aus Stammzellen.

  • Nennen Sie die Hauptgruppen der Leukozyten und eine kurze Funktion jeder Gruppe.

    • Fresszellen (Phagozyten): Aufnahme und Verdau von Erregern und Zelltrümmern
    • Granulozyten: Enthalten Granula mit Abwehrstoffen
    • B-Zellen: Produktion von Antikörpern (humorale Antwort)
    • T-Zellen: Zelluläre Immunantwort und Kommunikation
  • Welche Funktion haben T-Helferzellen (CD4+) im Immunsystem?

    • Unterstützen die Immunantwort
    • Stimulieren B-Zellen
  • Was ist die Aufgabe zytotoxischer T-Zellen (CD8+)?

    • Erkennen und zerstören infizierte oder entartete Körperzellen
  • Welche Funktion hat das Lymphsystem allgemein?

    • Verbindet alle Teile des Immunsystems
  • Welche Aufgabe haben Lymphgänge?

    • Transportieren Lymphe (Flüssigkeit mit Leukozyten)
  • Nenne drei lymphatische Organe und eine ihrer Funktionen.

    • Thymusdrüse: Reifung von T-Zellen
    • Lymphknoten: Reifung und Aktivierung von Immunzellen
    • Milz: Kontakt von Blutzellen mit Antigenen
  • Welche Merkmale hat die angeborene (unspezifische) Immunabwehr?

    • Schnell, reaktiv, evolutionär alt
  • Welche mechanischen und chemischen Barrieren gehören zur angeborenen Abwehr?

    • Haut, Speichel, Magensäure, Tränenflüssigkeit
  • Welche zellulären Komponenten nennt der Text für die angeborene Abwehr?

    • Makrophagen, natürliche Killerzellen
  • Nenne die klassischen Entzündungszeichen.

    • Rötung, Wärme, Schwellung, Schmerz
  • Was löst die angeborene Immunantwort laut Text aus (Beispiel)?

    • Antigene auf der Erregeroberfläche (z.B. Glykolipide auf Bakterien)
  • Wie erkennen Makrophagen Erreger laut Text?

    • Durch Toll-Rezeptoren auf Makrophagen
  • Welche Botenstoffe werden zur Kommunikation in der Immunantwort genannt?

    • Cytokine (z.B. Interleukine) und Chemokine
  • Welche Wirkung hat Histamin laut Text?

    • Wird von Mastzellen freigesetzt, erweitert und macht Blutgefäße durchlässiger
  • Welche Rolle haben Granulozyten in der angeborenen Abwehr?

    • Wandern ins Gewebe, phagozytieren Erreger, setzen schmerzauslösende Prostaglandine frei
  • Was versteht man unter 'Eiter'?

    • 'Ansammlung von toten Zellen, Zelltrümmern und Leukozyten.'
  • Welche Wirkung hat Fieber auf viele Erreger?

    • 'Temperaturerhöhung (Pyrogene) kann das Wachstum vieler Erreger hemmen.'
  • Was ist die Funktion des Komplementsystems?

    • 'Eine Gruppe von Proteinen, die bakterielle Zellmembranen angreifen und durchlöchern kann.'
  • Nennen Sie ein Merkmal der erworbenen (adaptiven) Immunabwehr.

    • 'Langsamer, aber hochspezifisch und anpassungsfähig (adaptiv). Nur bei Wirbeltieren vorhanden.'
  • Wie wird die adaptive Immunabwehr aktiviert?

    • 'Muss durch die angeborene Immunabwehr aktiviert werden.'
  • Welche Zellen werden als Schlüsselzellen der adaptiven Immunabwehr genannt?

    • 'Antigenpräsentierende Zellen (dendritische Zellen, Makrophagen, B-Zellen).'
  • Was bedeutet 'Antigenpräsentation' in Bezug auf MHC-Moleküle?

    • 'Antigene werden auf MHC-Molekülen (MHC I und MHC II) präsentiert.'
  • Worin unterscheiden sich MHC I und MHC II bezüglich Zelltyp und präsentierter Antigene?

    • 'MHC I: Auf allen Körperzellen (mit Zellkern), präsentiert Bruchstücke körpereigener Proteine oder intrazellulärer Viren. MHC II: Nur auf antigenpräsentierenden Zellen, präsentiert Bruchstücke extrazellulärer Antigene.'
  • Wie kommunizieren T-Zellen mit präsentierten Antigenen?

    • 'T-Zellrezeptoren binden an Antigene im MHC-Komplex; CD4- und CD8-Moleküle fungieren als Korezeptoren; Interleukine vermitteln die Signalübertragung.'
  • Was ist die Hauptfunktion der humoralen Immunantwort?

    • 'Beteiligte Zellen: B-Zellen, Plasmazellen. Funktion: Produktion von Antikörpern, die in Körperflüssigkeiten zirkulieren und Antigene binden.'
  • Was ist die Grundstruktur von Antikörpern und welche Eigenschaft haben ihre Bindungsstellen?

    • Y-förmige Proteine
    • variable Bindungsstellen für spezifische Antigene (Epitope)
  • Nenne einige Antikörperklassen.

    • IgA
    • IgE
    • IgG
    • IgM
  • Welche Haupttypen von T-Zellen werden genannt und was ist ihr allgemeiner Zweck?

    • T-Helferzellen und zytotoxische T-Zellen
    • Funktion: direkte Bekämpfung von Erregern oder infizierten Zellen bzw. Regulation der Immunantwort
  • Wie zerstören zytotoxische T-Zellen infizierte Zellen?

    • Durch Auslösen von Apoptose nach Erkennung von Antigenen auf MHC I
  • Welche Rolle haben T-Helferzellen in Bezug auf B-Zellen?

    • Regulieren die Immunantwort und stimulieren B-Zellen zur Antikörperproduktion
  • Was bedeutet immunologisches Gedächtnis und wie entsteht es?

    • Speicherung von Informationen über frühere Erreger
    • Entsteht durch Bildung von B- und T-Gedächtniszellen nach Erstinfektion oder Impfung
  • Wie verhält sich die sekundäre Immunantwort bei erneutem Kontakt mit demselben Antigen?

    • Reagiert deutlich schneller und stärker
  • Wozu dienen Impfungen im Kontext des immunologischen Gedächtnisses?

    • Simulieren eine Erstinfektion, um immunologisches Gedächtnis aufzubauen und vor zukünftigen Infektionen zu schützen
  • Welches Problem besteht bei der Vielfalt von Antikörpern und T-Zellrezeptoren und welche Lösung wird genannt?

    • Problem: genetische Information für riesige Vielfalt muss kodiert werden
    • Lösung: Somatische Rekombination aus begrenzten Gensegmenten erzeugt neue, einzigartige Gene
  • In welchen Zellen findet die somatische Rekombination statt?

    • In den Vorläuferzellen von B- und T-Zellen
  • Was beschreibt das Konzept der klonalen Selektion?

    Nach Bildung von B- und T-Zellen mit spezifischen Rezeptoren werden diese bei Kontakt mit ihrem spezifischen Antigen vermehrt (Zellklon).

  • Was sind polyklonale Antikörper?

    Eine Mischung von Antikörpern, die von verschiedenen B-Zellklonen gegen unterschiedliche Epitope eines Antigens produziert werden.

  • Was zeichnet monoklonale Antikörper aus?

    Antikörper von einem einzigen B-Zellklon, hochspezifisch für ein einziges Epitop; biotechnisch hergestellt und wichtig für Diagnostik und Therapie.

  • Wie wird eine Allergie definiert?

    Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Auslöser (Allergene) wie Pollen, Hausstaubmilbenkot oder bestimmte Nahrungsmittel.

  • Welche Rolle spielt IgE bei Allergien?

    IgE bindet an Mastzellen; bei erneutem Allergenkontakt schütten diese Mastzellen Histamin aus und lösen Entzündungsreaktionen aus.

  • Welche Behandlung wird für Allergien genannt?

    Hyposensibilisierung: Gewöhnungstherapie mit geringen Allergen-Dosen.

  • Was ist die vermutete Ursache für die Zunahme von Allergien in Industrieländern?

    Zunehmende Hygiene führt zu weniger Kontakt mit Parasiten, wodurch das IgE-System möglicherweise überreagiert gegen harmlose Substanzen.

  • Wie wird eine Autoimmunkrankheit definiert?

    Das Immunsystem greift körpereigene Strukturen an, anstatt sie zu tolerieren.

  • Was ist die Ursache von Autoimmunerkrankungen laut Text?

    Fehlende Toleranz gegenüber körpereigenen Zellen und Molekülen durch unzureichende Eliminierung autoreaktiver T- und B-Zellen während der Embryonalentwicklung.

  • Nenne drei Beispiele für Autoimmunerkrankungen aus dem Text.

    • Rheuma
    • Diabetes (Typ 1)
    • Zöliakie (Autoimmunreaktion gegen Transglutaminase)
  • Wodurch entsteht Laktoseintoleranz laut Text?

    Durch Mangel des Enzyms Lactase, das Laktose (Milchzucker) spaltet; es ist keine allergische Reaktion.

  • Ist Zöliakie eine Allergie oder eine Autoimmunerkrankung?

    Zöliakie ist eine Autoimmunerkrankung, keine Allergie; das Immunsystem bildet Antikörper gegen Transglutaminase.

  • Welcher Erreger verursacht HIV/AIDS?

    Humanes Immundefizienz-Virus (HIV).

  • Wie wird HIV laut Text hauptsächlich übertragen?

    Durch direkten Kontakt von Körperflüssigkeiten wie Blut, Sperma und Scheidensekret.

  • Welche Zielzellen befällt HIV?

    HIV befällt und zerstört T-Helferzellen (CD4+), die eine Schlüsselrolle im Immunsystem spielen.

  • Nenne die drei Phasen einer HIV-Infektion kurz.

    • Anfangsphase: Virusvermehrung, oft unspezifische Symptome, Immunsystem kann vorübergehend eindämmen
    • Latenzphase: Integration der Erbinformation, langsamer Abfall der T-Helferzellen
    • AIDS-Phase: Massive Zerstörung der T-Helferzellen, Immunsystem versagt, Opportunistische Infektionen und Tumore
  • Wie wird HIV im Text nachgewiesen?

    Mit dem ELISA-Test, der nach HIV-Antigenen und HIV-spezifischen Antikörpern sucht.

  • Was bewirken Medikamentencocktails gegen Viren wie HIV?

    Sie hemmen Schlüsselenzyme des Virus (z.B. Reverse Transkriptase, HIV-Protease) und verlangsamen die Virusvermehrung.

  • Welche Risiken sind mit Stammzelltherapie zur Heilung von Virusinfektionen verbunden?

    Abstoßungsreaktionen und die Übertragung infizierter Zellen.

  • Was ist das Ziel experimenteller CRISPR/Cas9-Ansätze bei Virusinfektionen?

    Gezielte Entfernung des viralen Genoms aus infizierten Zellen.

  • Warum ist eine vollständige Heilung von Viren schwierig?

    Weil das virale Erbgut dauerhaft in das Genom der Wirtszellen integriert ist.

  • Welche Art von Immunabwehr besitzen wirbellose Tiere?

    Eine angeborene Immunabwehr, die vorhanden und hochkonserviert ist.

  • Welche bakteriziden Peptide produziert der Pfauenspinner nach Kontakt mit Bakterien?

    Cecropine.

  • Welche Reaktion zeigen Blutzellen des Pfeilschwanzkrebses bei Kontakt mit Bakterien oder Pilzen?

    Sie setzen gerinnungsfördernde Substanzen frei, die Eindringlinge immobilisieren; daraus basiert der Limulus-Test zum Nachweis von Endotoxinen.

  • Welche Rezeptoren erkennen Krankheitserreger bei wirbellosen Tieren?

    Toll-ähnliche Rezeptoren, die spezifische Makromoleküle auf Pathogenoberflächen erkennen und eine Signalkaskade auslösen.

  • Welcher Erbgang liegt bei Mukoviszidose vor?

    Autosomal-rezessiver Erbgang.

  • Welche Genmutation verursacht Mukoviszidose?

    Mutationen im CFTR-Gen (cystic fibrosis transmembrane conductance regulator).

  • Welche Funktion hat das CFTR-Genprodukt?

    Es kodiert für ein Protein, das als Chlorid-Ionenkanal in der Zellmembran fungiert.

  • Welche Folge haben CFTR-Mutationen für die Organe?

    Fehlfunktion des Chlorid-Ionenkanals führt zur Bildung von zähem Schleim in Lunge, Darm und Bauchspeicheldrüse.

  • Nenne drei in der Notiz genannten Symptome der Erkrankung.

    • Atemnot
    • Lungenentzündungen
    • Verdauungsbeschwerden
  • Welche Genotypen werden in der Notiz als gesund, Träger und erkrankt angegeben?

    • Gesund: DD
    • Träger (heterozygot): Dd
    • Erkrankt: dd
  • Wie groß ist das Risiko für ein erkranktes Kind (dd), wenn beide Eltern Träger (Dd x Dd) sind?

    25%

  • Wozu dienen Gentests laut Notiz?

    • Bestimmung von Genotypen
    • Abschätzung des Risikos für erkrankte Kinder
  • Was ist das Prinzip eines ELISA-Tests?

    Ein immunologischer Test zum Nachweis und zur Quantifizierung von Antigenen oder Antikörpern.

  • Kurz: Wie funktioniert der ELISA-Nachweis von Antigenen (z. B. HIV-Antigen)?

    • Platte mit Antikörpern beladen
    • Patientenblut zugeben; Antigene binden
    • Enzym-markierte Antikörper binden an gebundene Antigene
    • Substrat zugeben → Farbänderung
  • Kurz: Wie funktioniert der ELISA-Nachweis von Antikörpern (z. B. HIV-Antikörper)?

    • Platte mit Antigenen beladen
    • Patientenblut zugeben; Antikörper binden
    • Enzym-markierte Antikörper gegen menschliche Antikörper binden
    • Substrat zugeben → Farbänderung
  • Welche Rolle haben monoklonale Antikörper im ELISA?

    Sie werden bevorzugt, weil sie hochspezifisch sind und eine präzisere Erkennung ermöglichen.

  • Warum werden Spülvorgänge im ELISA durchgeführt?

    Um nicht gebundene Moleküle zu entfernen und unspezifische Bindungen zu reduzieren, wodurch die Genauigkeit steigt.

  • Wozu dienen Kontrollfelder im ELISA?

    Zur Überprüfung der korrekten Funktion des Tests, z. B. Aktivität der markierten Antikörper und des Enzyms.

  • Was ist das Prinzip eines Schwangerschaftstests?

    Nachweis des Hormons humanes Choriongonadotropin (hCG) im Urin.

  • Ab wann kann hCG im Urin nachgewiesen werden?

    Im Urin ab dem 14. Tag nach der Befruchtung.

  • Wie wird die Urinprobe beim Test aufgetragen?

    Urin wird auf das Probenfeld aufgetragen.

  • Wie entsteht die sichtbare Linie im Testfeld bei Schwangerschaft?

    hCG bindet an farbstoffmarkierte Antikörper; das Gemisch wandert zum Testfeld, immobilisierte Antikörper fangen das markierte hCG und erzeugen eine sichtbare farbige Linie.

  • Warum erscheint keine Linie im Testfeld bei Nichtschwangerschaft?

    Ohne hCG können die farbstoffmarkierten Antikörper im Testfeld nicht binden und werden weggespült; daher keine farbige Linie.

  • Welche Funktion hat das Kontrollfeld beim Teststreifen?

    Enthält Antikörper, die an die farbstoffmarkierten Antikörper binden; eine farbige Linie im Kontrollfeld bestätigt die korrekte Funktionsweise des Streifens.

  • Warum wird ein Überschuss an farbstoffmarkierten Antikörpern eingesetzt?

    Er stellt sicher, dass auch bei geringen hCG-Konzentrationen genügend markierte Antikörper für eine sichtbare Reaktion im Testfeld vorhanden sind.

Study Notes

Überblick

  • Genetik: Lehre von Vererbung und Ausdruck genetischer Information auf den Ebenen Molekül–Zelle–Organismus–Population.
  • Kernfrage: Wie codiert die DNA Merkmale, wie werden Informationen weitergegeben und reguliert?

Aufbau der DNA und Basenpaarung

  • DNA besteht aus Nukleotiden: Desoxyribose + Phosphat + Base (A, T, G, C).
  • Chargaff-Regeln: \(A=T\) und \(G=C\); Basenpaarung über Wasserstoffbrücken (A–T zwei, C–G drei).
  • Struktur: Doppelhelix aus zwei antiparallelen Strängen (\(5'\) gegenüber \(3'\)); Basensequenz trägt die Information.

Zellzyklus und DNA-Replikation

  • Zellzyklus: Interphase (G1, S, G2) → Mitose (Kernteilung) → Cytokinese.
  • Replikation ist semikonservativ: Jeder Tochter-Doppelstrang enthält einen alten und einen neuen Strang (Meselson–Stahl).
  • Wichtige Enzyme und Schritte:
  • Helicase entwindet die Helix; Replikationsgabeln entstehen.
  • Primase erzeugt RNA-Primer; DNA-Polymerase verlängert nur in \(3'\)-Richtung.
  • Leitstrang wird kontinuierlich synthetisiert, Folgestrang diskontinuierlich als Okazaki-Fragmente.
  • Ligase verbindet Fragmente; Nukleosidtriphosphate liefern Energie.

Verpackung der DNA

  • Chromatin = DNA + Proteine (Histone); DNA wickelt sich zu Nucleosomen.
  • Chromosomen sind stark kondensiertes Chromatin sichtbar in Mitose.
  • Begriffe: Autosomen, Gonosomen (X/Y), homologe Chromosomen, diploid (2n), haploid (n).

Genetischer Code und Proteinbiosynthese

  • Gen = DNA-Abschnitt, der für eine RNA transkribiert wird; Genexpression = Transkription + Translation.
  • RNA: Ribose statt Desoxyribose; Uracil (U) statt Thymin (T).
  • Codon: Triplett aus Basen; Anzahl Codons: \(4^3=64\), codiert 20 Aminosäuren plus Stop.
  • Startcodon: AUG (Methionin); Stopcodons: UAA, UAG, UGA.
  • tRNA mit Anticodon bringt Aminosäuren; Aminoacyl-tRNA-Synthetasen laden tRNAs.
  • Translation: Initiation → Elongation → Termination; Polysome beschleunigen die Produktion.

RNA-Prozessierung (Eukaryoten)

  • Prä-mRNA wird gespleißt: Introns entfernt, Exons verbunden.
  • 5'-Cap und 3'-Poly(A)-Schwanz schützen und fördern Export/Translation.
  • Alternatives Spleißen erzeugt mehrere Proteine aus einem Gen.

Genregulation und Epigenetik

  • Regulationsebenen: prätranslational, translational, posttranslational.
  • Bakterien: Operon-Modell (Promotor, Operator, Strukturgene, Repressor).
  • Eukaryoten: Transkriptionsfaktoren, Enhancer/Silencer, Chromatinstruktur, DNA-Methylierung, RNAi.
  • Epigenetik: Vererbbare Änderungen der Genaktivität ohne Sequenzänderung (z.B. Methylierung, Histonmodifikationen).

Mutation, Reparatur und Bewegliche Elemente

  • Punktmutationen: stumme, Missense-, Nonsense- oder Leserastermutationen (Frameshift).
  • DNA-Reparatur: Proofreading (Polymerase), Fehlpaarungsreparatur, Basenexzision, Nukleotidexzision.
  • Chromosomenmutationen: Deletion, Duplikation, Inversion, Translokation; numerische Veränderungen: Aneuploidie, Polyploidie.
  • Transposons (springende Gene) können Gene inaktivieren oder Regulation verändern.

Meiose, Rekombination und Vererbung

  • Meiose reduziert 2n → n in zwei Teilungen (Meiose I: homologe Chromosomen trennen; Meiose II: Chromatiden trennen).
  • Rekombination durch Crossing-over und zufällige Chromosomenverteilung erhöht Vielfalt; Kombinationen: \(2^n\), für Menschen \(2^{23}\) mögliche Chromosomenkombinationen.
  • Mendelsche Regeln: Uniformitäts-, Spaltungs- und Unabhängigkeitsregel; Dominant, rezessiv, intermediär, kodominant.
  • Genkopplung: Gene auf demselben Chromosom werden gemeinsam vererbt; Crossing-over kann Kopplung aufbrechen.

Prokaryoten: Horizontaler Gentransfer

  • Transformation, Transduktion (Phagen vermittelt), Konjugation (Plasmidtransfer, Sexpilus, F-Plasmid, Hfr).
  • Relevanz: Verbreitung von Resistenzgenen.

Viren und Retroviren

  • Viren bestehen aus Nukleinsäure + Capsid ± Hülle; vermehren sich in Wirtszellen.
  • Zyklus: Andocken → Eindringen → Nutzung der Wirtsmaschinerie → Zusammenbau → Freisetzung (Lyse oder Knospung).
  • Retroviren besitzen Reverse Transkriptase (RNA → DNA) und integrieren sich ins Wirtsgenom (z. B. HIV).

Antibiotika und Resistenz

  • Angriffspunkte: Zellwandsynthese (Penicillin), Proteinsynthese (Tetracycline), Folsäuresynthese (Sulfonamide), DNA-Replikation (Chinolone).
  • Ursachen für Resistenz: Übergebrauch, unvollständige Therapien, Transfer von Resistenzgenen.
  • Maßnahmen: Hygiene, gezielter Einsatz, Kombinationstherapien.

Gentechnik: Methoden und Anwendungen

  • PCR: Amplifikation spezifischer DNA-Abschnitte (Denaturierung, Hybridisierung, Verlängerung). Nach ~35 Zyklen Millionen Kopien.
  • Sanger-Sequenzierung (Kettenabbruch mit ddNTPs) und Hochdurchsatz-Sequenzierung.
  • Klonierung: Restriktionsenzyme + Ligase + Vektor (Plasmid) → Transformation.
  • cDNA für Expression in Bakterien (keine Introns).
  • CRISPR/Cas: Leit-RNA steuert Cas-Schere zum gezielten Schnitt; Reparaturmechanismen ermöglichen Geninaktivierung oder Austausch.
  • Anwendungen: pharmazeutische Produktion (Insulin), transgene Pflanzen, Genomics, Gentherapie (somatisch vs. Keimbahn; letztere meist verboten/ethisch problematisch).

Diagnostik und Labormethoden

  • DNA-Typisierung (STRs, SNPs) via PCR + Gel- oder Kapillar-Elektrophorese → genetischer Fingerabdruck.
  • Genchips/Microarrays: Expression oder Vorhandensein vieler Sequenzen gleichzeitig.
  • ELISA: Nachweis von Antigenen/Antikörpern durch enzymatische Farbreaktion.
  • Schwangerschaftstest: Nachweis von hCG mit markierten Antikörpern im Teststreifen.

Entwicklung, Stammzellen und Apoptose

  • Embryonalentwicklung: Befruchtung → Furchung → Blastozyste → Einnistung; Keimblätter: Ektoderm, Mesoderm, Entoderm.
  • Maternale Faktoren und Gradienten (z. B. Bicoid) steuern frühe Musterbildung.
  • Stammzellen: totipotent, pluripotent, multipotent; wichtige Rolle in Regeneration.
  • Apoptose: programmierter Zelltod; p53 als "Wächter des Genoms" reguliert Zellzyklus und Auslösung von Apoptose bei irreparablen Schäden.

Immunologie – Kurzüberblick

  • Grundprinzip: Unterscheidung "Selbst" vs. "Fremd"; MHC-Moleküle kennzeichnen Zellen.
  • Angeborene (unspezifische) Abwehr: Barrieren, Phagozyten, Entzündung, Komplementsystem.
  • Adaptive Abwehr: B- und T-Zellen, Antikörper, Antigenpräsentation (MHC I/II), immunologisches Gedächtnis, Impfungen.
  • Antikörpervielfalt durch somatische Rekombination; monoklonale Antikörper für Diagnostik/Therapie.
  • Beispiele: HIV attackiert CD4+-Zellen; Allergien (IgE-vermittelt); Autoimmunerkrankungen (z. B. Diabetes Typ 1).

Wichtige Beispiele & Krankheiten

  • Mendel: Statistische Regeln der Vererbung.
  • Chorea Huntington: autosomal-dominant, CAG-Expansion (norm 9–35, pathologisch ≥36).
  • Mukoviszidose: autosomal-rezessiv, CFTR-Defekt → zäher Schleim (Genotyp dd erkrankt).
  • Chromosomenanomalien: Trisomie 21, Turner (X0), Klinefelter (XXY); Ursachen oft Non-Disjunction.
  • Mitochondriale Vererbung: nur mütterlich (z. B. Kearns-Sayre Syndrom).

Lernhilfen / Merkpunkte

  • Merksatz zur Replikation: Helicase öffnet, Polymerase verlängert nur in \(3'\)-Richtung.
  • Genetischer Code: drei Basen → ein Codon; \(4^3=64\) Codons für 20 Aminosäuren.
  • Meiose erzeugt Vielfalt: Crossing-over + Zufallsverteilung (\(2^n\) Kombinationen).

Wichtige Begriffe kurz

  • Genotyp vs. Phänotyp; Allel, Homozygot, Heterozygot; Dominant/Rezessiv; Kodominanz; Intermediär.
  • Operon (Bakterien), Enhancer/Silencer (Eukaryoten), Epigenetik (Methylierung, Histonmodifikation).